Geburtsvorbereitung der etwas anderen Art:

Hongkonger Krankenhaus fertigt für zukünftige Eltern 3D-gedruckte Replik ihres Kindes

Immer häufiger kommt der 3D-Druck in der Medizin zum Einsatz. Jetzt hat sich das Hongkonger Adventist Hospital Tsuen Wan dazu entschlossen, zukünftigen Eltern die Möglichkeit zu bieten, 3D-gedruckte Modelle ihres Fötus in den Händen halten zu können, die später eine schöne Erinnerung an diese Zeit sind.

Schon seit Jahrzehnten werden während der Schwangerschaft Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde die Technik weiter perfektioniert, hinzu kamen auch Geräte, die einen 3D- oder 4D-Ultraschall ermöglichen, sowie Scanner. Diese Scans können nun in Kombination mit der 3D-Druck-Technologie in 3D-Modelle umgewandelt werden. Natürlich ist diese Dienstleistung nicht kostenlos. Im Hongkonger Adventist Hospital Tsuen Wan müssen die Patientinnen dafür 6.000 Hongkong Dollar, umgerechnet etwa 770 US-Dollar, bezahlen.

Medizinerin mit Gesichtsreplik
Die am Hongkong Adventist Hospital tätige Medizinerin Doretta Lo Hoi-yee mit einer 3D-gedruckten Gesichtsreplik. (Bild: © Elizabeth Cheung / South China Morning Post)

Bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche können 3D-Modelle der Föten gefertigt werden, ist einer Meldung der South China Morning Post zu entnehmen. Die meisten Eltern warten allerdings länger, da es erst später einem Menschen ähnlich sieht. Das Ganzkörpermodell wird in unterschiedlichen Größen angeboten, ein detaillierter 3D-Druck des fötalen Gesichts ist allerdings ebenfalls möglich. Wer möchte, kann die Replik auch mit einem speziellen kristallartigen Material umhüllen lassen. Für den 3D-Scan und den darauf folgenden Druck veranschlagt das Krankenhaus zwischen 3 und 5 Tagen.

Für manchen mag die Möglichkeit, eine Replik des Fötus herstellen zu lassen, anfangs etwas befremdlich erscheinen. Sehbehinderte oder blinde Eltern hingegen sind bis jetzt nicht in der Lage, die Ultraschallbilder oder Scans ihrer Kinder am Computer oder auf den ausgedruckten Bildern zu betrachten. So können sie an einigen Schlüsselerlebnissen ihrer Schwangerschaft nur schwer teilhaben. Die 3D-gedruckte Replik könnte ihnen eine Chance geben, schon während der Schwangerschaft eine noch intensivere Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.

Aber auch für Sehende kann die Replik eine schöne Erinnerung an die Zeit der Schwangerschaft sein, die sie später auch mit dem Kind selbst etwas besser teilen können, sieht es so doch, wie klein es früher war.

Auswahl an 3D-gedruckten Repliken
Eine Auswahl an Gesichts- und Ganzkörper-Repliken von Foeten, die mittels 3D-Druck am Hongkong Adventist Hospital visualisiert wurden. (Bild: © Elizabeth Cheung / South China Morning Post)

Mancher Interessent hat auch darauf hingewiesen, dass der 3D-Scan-Prozess etwas aufdringlich und potenziell schädlich für das sich entwickelnde Kind sei.

Tang Miu-chi, eine Mutter von zwei Kindern, äußerte sich folgendermaßen: „Alle Föten sehen ähnlich aus, wenn sie sich entwickeln … Das Modell sieht mir nicht hübsch genug und sieht ein bisschen wie ein medizinisches Exemplar aus.“ Sie sagte auch, dass sie sich anstelle des vorgeburtlichen 3D-Drucks eher für eine Replik ihrer Babys nach der Geburt wünschen würde.

Somit könnten die Eltern auch diese Erinnerung physisch bewahren und auch der Nachwuchs selbst würde später sehen, wie klein er kurz nach der Geburt war. Sicher wird sich manche Klinik oder der eine oder andere Dienstleister auch für den 3D-Druck von Baby-Repliken nach der Geburt entscheiden. In welchen Medizingebieten 3D-Drucker ebenfalls zum Einsatz kommen, können Sie in unserem Themenbereich Medizin nachlesen.


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