Gesundheitswesen:

In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden verstärkt 3D-gedruckte Herzmodelle zur OP-Planung eingesetzt

In den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten nach Informationen einer lokalen Nachrichtenquelle mit dem 3D-Druck mindestens sieben Säuglingen, die an einem angeborenen Herzfehler litten, das Leben gerettet werden.

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An einem angeborenen Herzfehler (englisch congenital heart disease) leidet in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) etwa eines von 160 Babys, die in einem dortigen Krankenhaus geboren werden. Dies bedeutet, dass hier jedes Jahr etwa 500 Babys mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kommen.

„Die angeborene Herzkrankheit ist in den VAE häufiger anzutreffen als in anderen Teilen der Welt“, kommentierte Dr. Laszlo Kiraly, ein kanadischer Kinderchirurg und der Leiter der Abteilung am Krankenhaus Sheikh Khalifa Medical City (SKMC) in Abu Dhabi. „Etwa ein Prozent aller Neugeborenen leiden an dieser Krankheit.“

Von den Kindern, die an einem angeborenen Herzfehler leiden, müssen fast 75 Prozent operiert werden, 66 Prozent davon müssen bereits in den ersten sechs Lebensmonaten. Sehr oft werden auch mehrere Operationen notwendig.

Sheikh Khalifa Medical City Krankenhaus
Am Krankenhaus Sheikh Khalifa Medical City in Abu Dhabi wird ein Teil der Herzoperationen bei Kindern durchgeführt. (Bild: © KT PHOTO BY SHOAIB ANWER)

Durch den 3D-Druck und weitere digitale Technologien, beispielsweise der VR, können sich die Ärzte besser auf die Operationen vorbereiten. Der 3D-Druck des Herzens hilft dabei, die Anatomie des Patienten zu visualisieren und zu erforschen, bevor der erste Schnitt getan wird. Zugleich lassen sich die 3D-Modelle auch für virtuelle Anwendungen nutzen, um mit verschiedenen Techniken zu experimentieren.

In den letzten Wochen wurde in Abu Dhabi mit dem 3D-Druck das Leben zweier Babys gerettet, die unter einem angeborenen Herzfehler litten. Bei den erfolgreichen Herzoperationen, die mit den 3D-gedruckten Modellen geplant und geprobt werden konnten, mussten unter anderem Löcher in den Herzen der Babys sowie den angrenzenden Gefäßen geschlossen werden.

Besonders schwere Fälle

Einen besonders komplizierten Fall, bei dem ein dreijähriges Mädchen bereits seine dritte Herz-OP erhielt, beschreibt Dr. Kiraly folgendermaßen: „Der Patientin ging es sehr schlecht. Die multidisziplinäre Option war, die Operation nicht zu wagen, weil es viel zu riskant war. Als wir das 3D-Modell kreierten, sahen wir etwas anderes, was wir vorher nicht finden konnten.“ Mit dem Modell konnten die Ärzte ein Hindernis finden, das im Herzen des Kindes bestand. Sie konnten nun besonders sorgfältig operieren und wussten dabei genau, wie sie vorgehen mussten. In der letzten Woche wurde die Operation durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.

In einem weiteren interessanten Fall lag bei einem jungen Mädchen ein besonders komplexer Herzzustand vor, der eine Operation nahezu unmöglich machte. Das Herz der Patientin befand sich auf der rechten Seite ihrer Brust, zugleich fehlte eine Verbindung zwischen ihren Lungenflügeln und ihrem Unterkörper. Dr. Kiraly äußerte dazu: „Wir haben eine Lösung geschaffen, wie man die Verbindung im Inneren des Herzens antreibt, ohne dass dieses komprimiert wird. Das hätten wir ohne das Modell nicht machen können.“

Der 3D-Druck wurde in den VAE zum ersten Mal im Jahr 2015 für medizinische Anwendungen eingesetzt. Dr. Kiraly geht davon aus, dass er auch in Zukunft weiter vorankommen wird. „In Zukunft werden wir Bio-Gerüste und biologisch abbaubare Materialien verwenden, was bedeutet, dass wir komplexere Operationen mit geringerem Risiko durchführen können“, sagte er.

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