Das US-amerikanische Unternehmen ALSI konnte dank des Projekts „Project DIAMOnD“ erstmals die Möglichkeiten des 3D-Drucks kennenlernen. Impulsgeber waren unterbrochene Lieferketten aufgrund der COVID-19-Pandemie. ALSI wurde ein Markforged 3D-Drucker gestellt und erhielt eine umfassende Einschulung. Trotz der noch laufenden Einarbeitungsphase konnte das Unternehmen noch reichlich Geld einsparen.

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Der 3D-Druck ist in einigen Branchen heute kaum noch wegzudenken. Insbesondere ältere Unternehmen, die bisher noch nichts mit 3D-Druck zu tun hatten, zögern allerdings noch, sich intensiver mit den Möglichkeiten der 3D-Drucktechnologie auseinanderzusetzen. So auch Jim Miller, Gründer und Präsident des in Rochester Hills (USA) ansässigen Air and Liquid Systems Inc. (ALSI).

Er war zufrieden, wie es mit seinem Betrieb läuft. Doch dann kam die Coronavirus-Pandemie und stellte viele Unternehmen vor große Probleme. Ausfallzeiten und Engpässe drohten. Der Shop-Manager Ryan Wenzlick machte sich laut einem Artikel in einem lokalen Magazin auf die Suche nach einer Lösung und fand sie in der additiven Fertigung, wie es in einem Artikel des regionalen Nachrichtenmagazins „Crain’s Detroit Business“ heißt.

Lokales Projekt für den Einstieg in additive Fertigung

ALSI Firmensitz
Der Inhaber von ALSI ist froh über die Entscheidung für die additive Fertigung (Bild © ALSI).

Wenzlick wurde auf Automation Alley aufmerksam. Diese haben ein Programm initiiert, das lokale Hersteller mit kostenlosen 3D-Druckern ausstatten und diese mit dem nötigen Wissen vertraut machen sollte. Miller war skeptisch und konnte sich schwer vorstellen, wie sich der 3D-Druck zur Herstellung von Komponenten einsetzen lassen kann. Das Unternehmen, das sonst mit OEM-Lieferanten zusammenarbeitet, vertreibt Industrieausrüstungen und Dienstleistungen für die Lackierindustrie. Miller legt dabei stets hohen Wert auf Effizienz und kostengünstige Lösungen.

Im Juni 2020 erhielt Automation Alley im Rahmen des Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security (CARES) Act Zuschüsse von Oakland und Macomb County. Mit diesen konnte das Unternehmen Hersteller in Michigan bei der Fertigung persönlicher Schutzausrüstung und bei der digitalen Transformation unterstützen.

Project DIAMOnD

3D-Drucker Markforged
Im Rahmen des Projekts DIAMOnD wurden 3D-Drucker wie diese von Markforged vergeben (Bild © Markforged).

300 Hersteller aus Oakland und Macomb County konnten sich dadurch für einen Markforged 3D-Drucker und eine Schulung zur Nutzung bewerben. Die Hersteller wurden Teil des Project DIAMOnD (Distributed Independent and Agile Manufacturing On Demand). Das Projekt hat das Ziel, das größte 3D-Druck-Netzwerk des Landes auf einer Blockchain-Technologieplattform aufzubauen. Teile von Großaufträgen können auf verteilte Weise erfüllt werden, was wiederum die Produktionskapazitäten einer Vielzahl von Industrieteilen und -produkten erweitert.

Nach kurzer Zeit bereits Kosteneinsparungen

3D-gedruckte Teile
3D-gedruckte Teile wie diese werden künftig bei ALSI schneller und kostengünstiger entstehen (Bild © ALSI).

Miller beantragte das Stipendium und erhielt einen 3D-Drucker. Die Ausbildung der Mitarbeiter begann. Zuerst wurde ein 3D-gedrucktes ALSI-Logo hergestellt, das das Unternehmen auf den eignen Produkten anbringt. Es zeigte sich, dass die Herstellungskosten sich von 14 USD (11,5 EUR) auf 7,6 USD (6,25 EUR) pro Stück reduzierten. Ein anderes Stück, das sonst Kosten in Höhe von 98 USD (80,6 EUR) verursacht, kostete 3D-gedruckt nur noch 2 USD (1,64 EUR). In einem weiteren Fall reduzierten sich die Kosten von 6,85 USD (5,63 EUR) auf 1,44 USD (1,18 EUR) pro Teil. Bald sparte das Unternehmen mehr als 200 USD (164,4 EUR) pro Baugruppe. Jetzt läuft der 3D-Drucker täglich in der Werkstatt.

Wenzlick sagte laut dem Zeitungsbericht:

„Keiner von uns hatte jemals wirklich 3D-Druck gemacht. Aber ALSI hat seit der Installation des Druckers Ende Januar mehr als 6.000 USD (4.934 EUR) gespart. Und das, während wir noch lernen.“

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