3D-Druck in Industrie:

IDC-Umfrage legt Schwächen vom 3D-Druck in der Luft- und Raumfahrtbranche offen

Die International Data Corporation (IDC) veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse einer Umfrage, die aufzeigt, in welchem Umfang europäische Unternehmen des Gesundheitswesens sowie der Luft- und Raumfahrt den 3D-Druck in ihre Prozesse integriert haben. Die Entwicklung zeigt deutlich den Trend zur Einführung des 3D-Drucks. Doch es gibt auch zahlreiche Herausforderungen.

Besonders Unternehmen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien sind in der additiven Fertigung führend. Die Umfrage zeigt nicht nur auf, wie erfolgreich der 3D-Druck integriert wurde, sondern auch, welchen Herausforderungen sich die Unternehmen nach wie vor stellen müssen.

Die additive Fertigung hat sich bei diesen Unternehmen als vorteilhaft erwiesen, ist doch die Herstellung komplexer Strukturen möglich und lässt sich von kürzeren Produktionszyklen profitieren. Zugleich ist bei Formen und Herstellungsprozessen eine größere Flexibilität zu verzeichnen. Zusätzlich lassen sich vollkommen neue Teile herstellen, deren Fertigung mit herkömmlichen Methoden nicht oder nur mit hohen Zeit- und Kostenaufwänden möglich wäre.

Das wünschen sich die befragten Unternehmen von der Weiterentwicklung des 3D-Drucks

IDC Logo.Materialien, Hardware, Expertise als Bremse: Als verbesserungswürdig sehen die befragten Unternehmen beispielsweise die Materialien, die Hardware, das vorhandene Wissen, den Mangel an branchenspezifischen Lösungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften an. An der Beseitigung dieser Mängel wird selbstverständlich stetig gearbeitet, auch darüber berichten wir von 3D-grenzenlos täglich.

Begrenzte Palette an Materialien gilt es größte Hemmschwelle: Hinsichtlich der Materialien gaben viele Unternehmen an, dass die derzeit begrenzte Palette eine der wichtigsten Hemmfaktoren für den Einsatz der 3D-Druck-Technologie in der Luft– und Raumfahrt darstelle. So erfüllen viele Polymere nicht die von der Industrie gestellten Anforderungen. Metall-3D-Druck-Materialien sind für den normalen Gebrauch meist noch viel zu teuer und auch nur in begrenztem Umfang erhältlich, wünschen sich die Unternehmen der Luft- und Raumfahrt schnelle Besserung.

Auch Zuverlässigkeit und Wartung bremsen Unternehmen: Auch die 3D-Druck-Hardware muss sich einem stetigen Wandel unterziehen. Besonders wichtig ist, dass diese 3D-Drucker immer schneller und auch größer werden. Viele Unternehmen gaben als Hemmfaktoren auch die Zuverlässigkeit und Wartung der oft kostspieligen Industrie-3D-Drucker an.

Internes Know-How als Hemmschwelle: Weiterhin gaben Unternehmen das Fehlen interner 3D-Druck-Kenntnisse als hemmend an. Dazu äußerte IDC: „In der Technologie-Implementierungsphase absolvieren Unternehmen aufgrund der sehr eingeschränkten internen Kenntnisse und einer begrenzten externen Unterstützung in der Regel eine lange Lernkurve.“ Zugleich fehlt es ihnen oft an ausreichend geschultem Personal. Hier würde die Beratung und Ausbildung der Mitarbeiter Abhilfe schaffen.

Bessere Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Branchenvertretern als Chance?

Gedruckte Metallteile.
Mit einem Metall-3D-Drucker hergestellte Teile für die Luft- und Raumfahrtindustrie. (Bild: © gereport.com)

Viele Unternehmen, die 3D-Drucker und das benötigte Material herstellen, bringen nicht das Verständnis und Wissen für die branchenspezifischen Fertigungsanforderungen mit. Hier muss für eine bessere Kommunikation zwischen Herstellern und Anwendern gesorgt werden, um so zu branchenspezifischen Lösungen zu finden. „Vorschriften bewegen sich viel langsamer als die Technologie, und dies kann ein großes Hemmnis für die Nutzung sein.“

Um diese Hemmnisse zu beseitigen, sollte also verstärkt in einen Austausch zwischen Herstellern und Nutzern investiert werden.

Pressemitteilung des IDC

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