Eine aktuelle Umfrage von Bitkom Research zeigt: Die Akzeptanz für 3D-gedrucktes kultiviertes Fleisch wächst in Deutschland – insbesondere bei den jüngeren Generationen. Dennoch bestehen nach wie vor Bedenken hinsichtlich Preis und gesundheitlicher Auswirkungen.

Jüngere Altersgruppen zeigen sich aufgeschlossen

Im Rahmen der repräsentativen Erhebung wurden im März und April 2025 insgesamt 1.004 Personen ab 16 Jahren zu ihrer Einstellung gegenüber kultiviertem Fleisch, das mittels 3D-Druck hergestellt wurde, befragt. Ergebnis:

  • 25 % der Befragten können sich vorstellen, ein solches Produkt zu konsumieren – im Jahr 2019 waren es noch 13 %.
  • Besonders offen zeigen sich die Altersgruppen 30–49 Jahre (35 %) sowie 16–29 Jahre (33 %).
  • Deutlich zurückhaltender sind hingegen ältere Generationen: Nur 18 % der 50–64-Jährigen und 16 % der über 65-Jährigen würden 3D-gedrucktes Fleisch probieren.

Nachhaltigkeit überzeugt – Preis bleibt Hürde

Künstlich erzeugtes Stück Fleisch aus dem 3D-Drucker liegt auf einem weißen Teller vor einem 3D-Lebensmitteldrucker in einer modernen Küche
So oder so ähnlich könnte kultiviertes Fleisch aus dem 3D-Drucker aussehen – laut einer Bitkom-Umfrage zeigt sich jeder vierte Deutsche offen für solche Lebensmittel (KI-generiertes Stockfoto).

Ein Drittel (31 %) der Befragten sieht in 3D-gedrucktem kultivierten Fleisch einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem. Dennoch zeigen sich die Deutschen zurückhaltend, wenn es ums Bezahlen geht: Nur 7 % wären bereit, für diese Produkte mehr Geld auszugeben. Für 17 % handelt es sich sogar um Luxusprodukte. Grund hierfür sind die bislang hohen Produktionskosten, die sich unter anderem aus der geringen Produktionsmenge ergeben. Laut einer Analyse von McKinsey wird ein Preisniveau vergleichbar mit konventionellem Fleisch voraussichtlich erst um das Jahr 2030 erreicht.

Einige Hersteller setzen gezielt auf hochwertige Fleischsorten, um die Markteinführung zu finanzieren. Beispiele sind BlueNalus Zucht-Thunfisch „Toro“, Forsea Foods’ japanischer Aal sowie Vows Wachtel- und Foie-Gras-Produkte. Unternehmen wie Gourmey (Paris) und Mosa Meat (Niederlande) haben zudem bereits EU-Zulassungen für Alternativen auf Basis von Gänsestopfleber und Rindertalg beantragt.

» Erfahren Sie hier mehr zum Thema „Lebensmittel aus dem 3D-Drucker“

Interesse an 3D-Lebensmitteldruckern für Zuhause

Auch das Potenzial von 3D-Druckern für den Privatgebrauch weckt Interesse: 16 % der Deutschen wünschen sich ein solches Gerät, um individuell gestaltete Lebensmittel zu Hause herzustellen. 15 % halten es für denkbar, dass 3D-Food-Printer künftig in vielen Haushalten Einzug halten. Derzeit kommen diese Technologien jedoch vor allem in professionellen Küchen zum Einsatz, wie Margareta Maier von Bitkom erklärt. Hauptgründe seien die hohen Anschaffungskosten und die Notwendigkeit spezieller Zutaten.

Die Technologie ermöglicht es, kultiviertes Fleisch mit einer fleischähnlichen Struktur und Optik herzustellen – bei gleichzeitig geringerer Umweltbelastung. Genutzt wird der 3D-Druck dabei insbesondere zur Herstellung sogenannter „Gerüste“, auf denen die Zellen wachsen. Zu den Unternehmen, die dieses Verfahren einsetzen, zählen unter anderem Steakholder Foods, Aleph Farms, Believer Meats und Good Meat. Alternativen zum 3D-Druck sind Techniken wie Elektrospinning, Hydrogelformen, Dekellularisierung oder der Einsatz von Myzelstrukturen.

Wandel im Ernährungsverhalten sichtbar

Die zunehmende Offenheit gegenüber 3D-gedrucktem Fleisch passt in einen größeren gesellschaftlichen Trend: Ein Drittel der Befragten möchte den Fleischkonsum reduzieren, 38 % greifen bewusst zu pflanzlichen Alternativen. Fast die Hälfte der Befragten befürwortet staatliche Fördermaßnahmen für diese Technologien und Unterstützung für Landwirte bei der Umstellung.

Zukunft der Ernährung – Ihre Meinung ist gefragt!

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