Ein Gesetzesvorschlag in Pennsylvania zielt darauf ab, die Verbreitung von sogenannten Ghost Guns, das sind Waffen aus dem 3D-Drucker, zu erschweren. Diese privat hergestellten Schusswaffen, oft ohne Seriennummer, sind für die Strafverfolgung schwer nachzuverfolgen und gewinnen zunehmend bei Kriminellen an Beliebtheit. Laut Angaben der US-amerikanischen Behörde für Alkohol, Tabak, Feuerwaffen und Sprengstoffe (ATF) wurden in den letzten Jahren vermehrt Ghost Guns an Tatorten sichergestellt.

Steigende Zahlen in Philadelphia

Symbolbild einer 3D-gedruckten Waffe im Zusammenhang mit der Verhaftung eines Teenagers in Clermont, Florida, der Waffen mittels 3D-Druck herstellte
Ein Gewehr mit 3D-gedruckten Teilen zeigt die Problematik unregistrierter Ghost Guns, die in Pennsylvania reguliert werden sollen (Symbolbild).

In Philadelphia wurden in den Jahren 2022 und 2023 etwa 6.000 Waffen pro Jahr bei Verbrechen beschlagnahmt. Rund 9 % davon entfielen auf Ghost Guns, wie „CBS News“ berichtet. Auch 2024 ist der Anteil mit 7,5 % weiterhin besorgniserregend. Ein ATF-Sonderermittler erklärte laut dem Bericht, dass zwar die Mehrheit der Personen, die solche Waffen herstellen, dies legal tun dürfe, jedoch seien die unregistrierten Waffen besonders für Kriminelle attraktiv.

ATF-Sonderermittler Eric DeGree erklärte gegenüber CBS News:

„Man kann Teile wie Rahmen und Verschlüsse mit einem 3D-Drucker herstellen und weitere Komponenten online bestellen, die nicht reguliert sind. Damit lässt sich eine funktionsfähige Waffe bauen.“

Gesetzesinitiative in Pennsylvania

Derzeit hat Pennsylvania im Gegensatz zu Nachbarstaaten wie New Jersey oder Delaware keine spezifischen Vorschriften für Ghost Guns. Die demokratische Abgeordnete Melissa Shusterman aus Chester County will dies ändern. Sie plant, 2025 ein Gesetz einzubringen, das 3D-gedruckte Waffen mit regulären Schusswaffen gleichsetzt. „Mein Gesetzesentwurf sieht vor, dass für die Herstellung solcher Waffen eine Lizenz erforderlich ist“, erklärte Shusterman.

Ein ähnlicher Vorschlag scheiterte in der letzten Legislaturperiode. Diesmal hofft Shusterman auf überparteiliche Unterstützung und betont, dass die Regulierung notwendig sei, da moderne Technologien wie 3D-Druck zur Herstellung unregistrierter Waffen genutzt würden.

Nationale und rechtliche Entwicklungen

Bereits 2021 hatte die Biden-Administration Maßnahmen ergriffen, um Ghost Guns denselben Regularien zu unterwerfen wie kommerziell vertriebene Schusswaffen. Ob diese Regelungen Bestand haben, wird im Juni 2025 vom Obersten Gerichtshof der USA entschieden.

Shusterman bleibt zuversichtlich:

„Es handelt sich um ein Gesetz mit gesundem Menschenverstand. Die bestehenden Gesetze müssen mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.“

Die Debatte über Ghost Guns in Pennsylvania spiegelt eine breitere Diskussion über die Regulierung neuer Technologien wider. Ob der Gesetzesentwurf in einem politisch gespaltenen Parlament angenommen wird, bleibt abzuwarten. Über alle aktuellen Neuigkeiten zum Thema berichten wir im 3D-grenzenlos Magazin-Newsletter (hier abonnieren).

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