Die kanadische Regierung hat sich weiterhin gegen die Herstellung von Waffen aus dem 3D-Drucker ausgesprochen. Es wird daran gearbeitet die neue Technologie zu verstehen. Dafür wurde eine Studie der kanadischen Regierung zum Thema Liberator in Auftrag gegeben.

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Kanada FlaggeDie kanadische Regierung setzt sich verstärkt mit dem Thema „Pistole aus dem 3D-Drucker“ (s.g. Liberatoren) auseinander, wie die Regierung Kanadas auf ihrer Website vermeldet. Im Rahmen einer nun geplanten Studie sollen durch einen privaten Auftragnehmer nun die Auswirkungen des 3D-Drucks auf die Herstellung von Waffen, deren Komponenten und Munition ermittelt werden.

Im letzten Jahr gab es die Forderung nach einer gleichen Studie, diese stoppte allerdings an den Grenzen der kanadischen Bürokratie. Außerdem gab es kaum Interessenten in der Politik. Als Grund für die nun neu gestartete Studie wurde der erste öffentliche Feuertest einer 3D-gedruckten Pistole genannt, die mit einem 3D-Drucker gefertigt wurde und als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde.

USA bei Gesetzen gegen Liberatoren vorn

Schlagbolzen Liberator
Selbst der Schlagbolzen von einem Liberator ist aus Kunststoff und mit einem 3D-Drucker erstellt (Bild © defdist.org).

Das texanische Unternehmen Defense Distributed hatte im Mai 2013 erfolgreich eine Pistole mit einem 3D-Drucker gedruckt und abgefeuert. Es dauerte anschließend zwei Tage bis es dem US State Department gelang die kostenlos zum Download verfügbaren Online-Baupläne der Pistole offline schalten zu lassen.

Seit diesem umstrittenen Waffentest trat eine Änderung ein und zwar ließ der US-Kongress Waffen aus dem 3D-Drucker verbieten. Bislang hat das kanadische Parlament noch keine Initiative ergriffen, um ebenfalls ein vergleichbares Verbot zu erlassen. Einzig eine Bekanntmachung verweist darauf, dass es illegal ist Waffen zu kaufen, zu besitzen, sie kommerziell und ohne Lizenz zu nutzen und eben auch herzustellen. Der 3D-Druck könnte jedoch die Herstellung von Schusswaffen zu Hause ermöglichen.

Mehr Kontrolle

Die öffentliche Sicherheit möchte eine Liste potenzieller Möglichkeiten der Strafverfolgung erstellen, mit denen die 3D-Drucktechnologie verbietet werden könnte. In der Ausschreibung werden Beispiele gefordert, wie mittels Software und Steuerelementen bei 3D-Druckern die Waffenherstellung unterbinden werden kann.

Die Studie wird von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), der Canada Border Services Agency und der Criminal Intelligence Service Kanadas teilfinanziert. Der Bericht soll einen klaren Einblick in die 3D-Drucktechnik durch eine eingehende Analyse ermöglichen. Die Analyse berücksichtigt Ländervergleiche der G8- und Five Eyes-Nationen bezüglich ihrer Politik gegen 3D-Waffen. Die Five Eyes-Nationen sind ein Geheimdienstzusammenschluss der Länder USA, Kanada, Neuseeland, Großbritannien und Australien.

Wie die Ausschreibung weiter ausführt, bestehe eine grundlegende Angst vor dem Internet als Vertriebsweg von Software zur Herstellung von Waffen aus dem 3D-Drucker.

Mann mit Koffer am Flughafen
Gefahr aus dem 3D-Drucker? Kunststoffpistolen werden zum Zeitpunkt in Flughäfen nicht erkannt. Doch Länder wie die Schweiz zeigen das es doch geht (Bild © freeimages.com).

Die Waffenherstellung mittels 3D-Drucker bedeutet sicherlich ein zu debattierendes Sicherheitsrisiko, weil Kriminelle und Terroristen damit in der Lage wären, Waffen herzustellen, die zum Beispiel bei Kontrollen an Flughäfen schwer entdeckt werden können (so bereitet sich die Schweizer Flugsicherheit vor…). Denn die 3D-Waffen bestehen aus Kunststoff und können deshalb von den Metalldetektoren nicht aufgespürt werden. In den USA ist die Herstellung von Waffen mit 3D-Druck seit wenigen Monaten streng verboten. Dennoch sollte das Thema auch nicht als Grund dafür genutzt werden, der Entwicklung einer neuen Technologien Steine in den Weg zu werfen und medial zu verteufeln. Über die Gestaltung dieser Gratwanderung seitens der Politik darf man auch in Deutschland gespannt sein.

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