In Kanada wurden zwei männliche Personen aufgrund der Herstellung und des Verkaufs von Schusswaffen aus dem 3D-Drucker verhaftet. Vorfälle und Festnahmen in diesem Bereich häufen sich, weshalb viele Länder über Gesetzesänderungen nachdenken. Im amerikanischen Bundesstaat Colorado wurde ein erster Schritt in diese richtige Richtung erst letzte Woche getätigt.

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Die Polizei im kanadischen Calgary hat laut einem Pressebericht 66 Anklagen gegen zwei Männer erhoben. Brandon V. (24) und Justin K. (27) werden verdächtigt mit 3D-Druckern hergestellte Waffen in der Stadt verkauft zu haben. Beide wurden in der vergangenen Woche festgenommen und im Zusammenhang mit der illegalen Herstellung, dem Handel und dem Besitz von Schusswaffen angeklagt. Die Polizei hatte im November 2020 Ermittlungen eingeleitet.

Acting Staff Sgt. Ben Lawson erklärte:

„Mit handelsüblichen Desktop-3D-Druckern hergestellte Schusswaffen sind ein wachsender Trend, dem wir durch gezielte Durchsetzung begegnen wollen.“

Zunehmendes Problem mit 3D-gedruckten Waffen

9 % der 300 Waffen, die im Zusammenhang mit einem Verbrechen in diesem Jahr von der Polizei in Calgary beschlagnahmt wurden, waren selbst gebaute oder 3D-gedruckte Schusswaffen. Im Vergleich zu den Vorjahren soll dies deutlich angestiegen sein. CPS Lawson sagt, dass 3D-gedruckte Schusswaffen ein globales Problem sind. Das erkennt auch Europol, die europäische Polizeibehörde der Europäischen Union, die Maßnahmen gegen die wachsende Gefahr 3D-gedruckter Waffen beschließen wollen. Die US-Regierung will ebenfalls gegen Schusswaffen aus dem 3D-Drucker konsequenter vorgehen.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Verdächtigten beschlagnahmte die Polizei drei 3D-Drucker, fünf komplette 3D-gedruckte Handfeuerwaffen im Glock-Stil mit Magazinen, andere Schusswaffenteile, Munition und Drogen.

Gesetzesänderung in Colorado

In Colorado, USA wurde eine sehr gute Lösung für den Verkauf von 3D-gedruckten Waffen gefunden. Ab Mittwoch müssen kommerzielle Hersteller von Bausätzen für „Ghost Guns“ (3D-gedruckte Waffen) Seriennummern angeben. Verkäufer müssen laut einem Bericht von CBS Colorado bundesweit lizenziert sein und Hintergrundprüfungen durchführen, bevor sie ein selbst gebautes Waffenset verkaufen. Es muss zu jedem Einkauf Aufzeichnungen geben, die nach 20 Jahren gelöscht werden können.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl dieser selbst gebauten und unregistrierten „Geisterwaffen“ weltweit stark gestiegen, ebenso auch die Zahl jener 3D-gedruckter Waffen, die für ein Verbrechen genutzt wurden. Mit den neuen Auflagen für den Verkauf solcher Schusswaffen geht Colorado einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt zu hoffen, dass andere Bundesstaaten und Länder weltweit folgen.

3D-gedruckte Waffe
In Colorado findet eine Gesetzesänderung bezüglich des Verkaufs 3D-gedruckter Waffen statt (im Bild: 3D-gedruckte Waffe) (Bild © Kati Weis, CBS Colorado).

Video zur Verhaftung in Calgary

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