Hobby-Bastler und Gründer der Defense Distributed sorgt seit drei Jahren in den USA für Aufregung. Das Verfahren gegen Cody Wilson und der digitalen Verbreitung seiner 3D-Druckwaffe Liberator geht derweil in die nächste Runde.

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Das Verfahren gegen Hobby-Bastler, 3D-Druckfanatiker und Waffenaktivist Cody Wilson spitzt sich zu: Am Freitag hat Richter Robert Pitman die einstweilige Verfügung, die Wilson gegen die Klage des US-Außenministerium gestellt hatte, abgelehnt. Die Begründung ist eindeutig, denn der Aktivist könne nicht beweisen, dass die durch das Außenministerium eingeschränkte Verbreitung seiner Liberator-Waffe gegen die ersten Revisionen verstoße.

Cody Wilson
Cody Wilson mit seiner Liberator

Die nicht-profitorientierte Organisation Denfense Distributed (DD), die von Cody Wilson und Ben Denio gegründet wurde, hatte 2012 erste Schlagzeilen gemacht, als das Wiki Weapon Project zum Leben gerufen und damit die Anleitung zur ersten 3D-gedruckten Waffe ins Netz gestellt wurde. In einem riesigen digitalen Katalog präsentierten die beiden Hobby-Bastler und Waffenliebhaber, wie man mit einem 3D-Drucker unterschiedliche Waffen herstellen kann.

Nachdem nur ein Jahr später die bisher bekannteste Anleitung, nämlich die der Liberator-Waffe, als Indiegogo-Kampagne auftauchte und auch auf Bitcoin zu finden war, schaltete das Außenministerium ein und forderte die Organisation auf mit sofortiger Wirkung die Verbreitung sämtlicher Dateien zum Bau ihrer 3D-gedruckte Waffen einzustellen. Das war in 2013.

AR 15
Nicht nur die Liberator-Anleitung birgt eine Gefahr, auch 3D-Teile wie dieses für eine AR-15 gehören dazu (Foto: © 3dprint.com)

Zwei Jahre und etliche Klagen später versucht Wilson noch immer den Kampf gegen die US-Regierung zu gewinnen. Er fühle sich in seiner Redefreiheit angegriffen, so im Mai diesen Jahres und sah sich deshalb gezwungen Klage gegen die Regierung einzureichen. Nachdem lange Zeit nichts passiert war, glaubte Wilson schon gewonnen zu haben; doch damit weit gefehlt, denn jetzt wurde seine einstweilige Verfügung offiziell abgelehnt.

Wilson stellt mit seiner Organisation und der Anleitung seiner Liberator immer noch eine große Gefahr dar, dessen ist sich das Außenministerium mit den International Traffic in Arms Regulations (ITAR) bewusst und gibt zu bedenken, dass nicht nur diese „harmlosen Plastikwaffe“ ein Problem sei, sondern ebenso die anderen DD-Projekte. Dazu zählt beispielsweise die Anleitung zum Druck eines Bauteils einer AR-15.

Wilson wird nicht aufgeben, so viel ist sicher, doch es wird sich zeigen, wie weit der Hobby-Bastler kommt. Eins ist sicher, die Liberator ist kein Spielzeug. Die 3D-Druckwaffe birgt eine echte Gefahr, die nicht nur die USA, sondern auch durch dessen rasante digitale Verbreitung sämtliche Länder weltweit betreffen kann.

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