Die britischen Unternehmen Rapid Fusion und Applied Automation haben eine neue Produktionspartnerschaft im Rahmen einer Pressemeldung bekannt gegeben. Ziel ist die Fertigung der großformatigen Hybrid-3D-Druckmaschine „Medusa“. Dieses System vereint Pellet- und Filamentextrusion sowie CNC-Bearbeitung in einem Gerät und soll bis März 2026 für den Einsatz in industriellen Umgebungen bereitstehen.
Kooperation aus dem Südwesten Englands

Nach zwei Jahren Zusammenarbeit weiten die Unternehmen ihre Partnerschaft nun aus. Rapid Fusion bringt dabei seine Kompetenzen im Bereich der additiven Fertigung ein, während Applied Automation die Fertigungsinfrastruktur und Erfahrung mit Serienproduktion liefert. Das neue Projekt baut auf den vorangegangenen Entwicklungen der Roboterplattformen „Apollo“ und „Zeus“ auf.
Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Applied Automation die Verantwortung für den Aufbau einer Produktionslinie inklusive Prüfstand im Werk in Plymouth. Erste Aufgaben sind die Fertigungsoptimierung (Design for Manufacturing) und die Gestaltung einer skalierbaren Lieferkette. Geplant ist, den Bau eines Druckers in nur sechs Wochen abschließen zu können.
Technische Details und Marktpotenzial
Medusa zeichnet sich laut Rapid Fusion durch eine bis zu dreifache Druckgeschwindigkeit im Vergleich zu konventionellen Systemen sowie doppelte Präzision aus. Die Maschine verfügt über ein Bauvolumen von 1,2 m³ und erreicht eine Bewegungsgeschwindigkeit von bis zu 1.200 mm/s. Unterstützt wird das System von modernen KI-Komponenten und Bewegungssteuerungstechnologien von Siemens.
Ein zusätzliches Verkaufsargument: Die Trainings- und Wartungskosten sollen um bis zu 30 % reduziert werden können. Der Markteintritt wird durch eine Förderzusage von Innovate UK in Höhe von 1,2 Mio. Pfund unterstützt (entspricht ca. 1,4 Mio. Euro).
Zielgruppen und Markteinführung
Anwendungsbereiche für Medusa finden sich vor allem in der Automobil-, Luft– und Raumfahrt-, Bau-, Medizintechnik- sowie Erneuerbare-Energien-Branche. Die ersten Vorseriengeräte sollen noch im laufenden Jahr gefertigt werden, die ersten marktreifen Systeme sind für das erste Quartal 2026 vorgesehen.
Applied Automation übernimmt dabei wesentliche Fertigungsschritte, inklusive Endmontage und Tests. Zudem ist die Einhaltung regulatorischer Standards wie CE-Kennzeichnung und UL508a-Zertifizierung vorgesehen – Letzteres ist vor allem für den nordamerikanischen Markt essenziell.
Fazit und Ausblick
Mit dem Projekt Medusa streben Rapid Fusion und Applied Automation Einnahmen von über 5 Mio. Pfund (ca. 5,9 Mio. Euro) im ersten Verkaufsjahr an. Neben dem wirtschaftlichen Potenzial könnte das Projekt bis zu zehn neue Arbeitsplätze schaffen. Rapid Fusion hat bereits internationale Vertriebsvereinbarungen abgeschlossen und sieht großes Potenzial für weiteres Wachstum.






