Am kanadischen Stan Cassidy Centre for Rehab hat medizinisches Personal preisgünstige Geräte für ALS-Patienten mit Hilfe von 3D-Druck hergestellt. Diese sollen nicht deutlich preiswerter sein sondern den Patienten im Alltag auch dabei helfen, damit sie so lange wie möglich eigenständig agieren können. Mit Fortschreiten der Krankheit nimmt die Bewegungsfähigkeit von ALS-Patienten ab, wodurch sie verstärkt auf Hilfsmittel angewiesen sind.

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Das Stan Cassidy Centre for Rehabilitation im kanadischen New Brunswick stellt laut einem Artikel kostengünstige Geräte für ALS-Patienten her, damit diese Computer und Telefone verwenden können. Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) kann die Nutzung eines Mobiltelefons oder Tablets eine große Hilfe sein, um sich der Außenwelt mitzuteilen. Doch mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung nimmt die Bewegungsfähigkeit ab. Marla Calder, Ergotherapeutin am Stan Cassidy Center, erklärte, dass es für Patienten mit ALS entscheidend ist, einen Computer oder ein Telefon unabhängig nutzen zu können. Damit sind sie in der Lage, vieles von ihrem Gerät aus zu erledigen oder ihre Umgebung zu kontrollieren.

Calder sagt:

„Wenn Sie also die Kontrolle über Ihr Mobiltelefon oder Ihr Tablet haben, werden die meisten von ihnen alle mit Smart-Home-Produkten verbunden, sodass Sie die Dinge in Ihrem Haus steuern können.“

» Lesen Sie auch: Auch die Hilfsorganisation Black Hills Works setzt auf 3D-Druck für individuelle Hilfsmittel für Menschen mit Beeinträchtigung.

Deutlich günstigere Herstellung der Hilfsmittel mit 3D-Druck

Es gibt Geräte auf dem Markt, die dabei helfen können. Diese können aber auch schon mal 20.000 USD (fast 18.000 €) kosten. Calder überlegte mit Rachelle Bernier, der Reha-Ingenieurin des Stan Cassidy Centres, eine erschwingliche Lösung. Diese entwickelte den Schalter, der zum größten Teil mit einem 3D-Drucker hergestellt werden kann. Die Kosten liegen dafür bei unter 200 USD (~ 175 Euro).

Bernier stellte zwei Schalterarten her. Der Twitch (Zucken)-Schalter ist für Menschen mit eingeschränkter Bewegung konzipiert. Er besteht aus einer Kontrollbox mit drei Funksensoren. Bis zu drei Sensoren lassen sich am Patienten an jeder Körperstelle, an der er auch nur eingeschränkt beweglich ist, anbringen. Der Sensor nimmt die Bewegung auf, wodurch der Patient auf einem Computer- oder Mobiltelefonbildschirm navigieren kann.

Mit dem Lift (Heben)-Schalter können Patienten, die noch über mehr Bewegungsfähigkeit verfügen, aber zu wenig Kraft haben, ihre Hand oder ihren Fuß über einen zugänglichen Schalter zu bewegen, den sie bereits besitzen. Der Patient stellt seinen Fuß auf den Schalter und hebt den Fuß ab, um ihn zu aktivieren. Wird es richtig konfiguriert, kann dieser sogar Videospielen.

Bernier erklärt:

„Wir sind bei einem unserer Videospieler auf ein Ausdauerproblem gestoßen, bei dem es zum Beispiel ermüdend war, immer wieder einen Auslöser zu drücken. Aber wenn er seine Füße darauf lassen und dann abheben könnte, wenn er es brauchte, war es einfacher.“

Kosten und Verfügbarkeit

Aktuell werden die Geräte im Reha-Zentrum ausprobiert. Die Sensoren beim Twitch-Schalter können auch am Handgelenk oder an der Stirn angebracht werden, um das Heben der Augenbraue zu erkennen.

Calder und Bernier möchten die Pläne zum Bau der Geräte allen verfügbar machen. Sie erklären:

„Sie brauchen einen lokalen oder virtuellen Freiwilligen oder einen Freund oder Familie, die ein wenig technisch versiertes Know-how haben, damit sie vielleicht in eine Bibliothek gehen und die Karten in 3D drucken und zu allen Links gehen können, wo Sie die benötigten Teile bestellen und alles zusammenbauen können. Die Bedienungsanleitungen sind dafür da, und wir hoffen, dass es benutzerfreundlich genug ist, um niemanden abzuschrecken.“

Andere Sensorpositionen für den Twitch-Sensor
Neben dem Hand- oder Fingergelenk kann der Twitch-Sensor noch an anderen Positionen angebracht werden (siehe Bild)(Bild © Stan Cassidy Rehabilitationszentrum).

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