Das australische Unternehmen Aurora Labs hat den Design-, Bau- und Testprozess seiner additiv gefertigten Mikrogasturbine vom Typ AU4 erfolgreich abgeschlossen. Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemeldung (385 Kb; öffnet in neuem Fenster). Die 40 Kilogramm Schub erzeugende Turbine wurde gezielt für den Einsatz in unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) entwickelt und soll Mitte 2025 in die kommerzielle Produktion übergehen.
Fortschritte in Design und Fertigung

Die AU4-Mikrogasturbine zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komponentenintegration und Leichtbau aus. Dank additiver Fertigung konnten insgesamt 40 Bauteile eingespart werden, darunter 23 allein durch ein neu gestaltetes Gehäuse, das unter anderem Auspuffdüse, Motorhalterung und Gasdichtung in einem Teil vereint. Die Brennkammer wurde ebenfalls vereinfacht, was die Montagezeit verkürzt und das Gesamtgewicht reduziert.
Durch die Anwendung neuartiger Geometrien und AM-optimierter Schweißverbindungen konnte die Effizienz der Turbine deutlich gesteigert werden. Eine gemessene Kraftstoffersparnis von 6 Prozent im Vergleich zu konventionellen Modellen unterstreicht die thermische Optimierung des Systems.
Produktion und Marktzugang in Vorbereitung
Aurora Labs bereitet derzeit den Übergang in die Serienproduktion vor. Dies umfasst Maßnahmen wie den Aufbau von Fertigungslinien, Qualitätssicherung, Metrologie und die Schulung von Mitarbeitenden. Parallel dazu wird an der Exportmarktzulassung gearbeitet.
Die AU4 wurde in Australien vollständig entwickelt und gefertigt und nutzt eine Kombination aus intern additiv hergestellten Bauteilen sowie ausgewählten Standardkomponenten, beispielsweise bei der Kraftstoffpumpe. Diese Kontrolle über die Lieferkette erhöht laut Unternehmen die Skalierbarkeit der Produktion.
Zielmarkt: UAV-Antriebe für Verteidigung und Industrie
Die Nachfrage nach UAVs wächst weltweit. Laut Aurora wurden 2024 etwa 5,42 Millionen UAV-Einheiten produziert, mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 16,3 Prozent bis 2030. Besonders im Verteidigungsbereich ist das Interesse an schnellen, kosteneffizienten Fertigungsmethoden wie dem 3D-Druck groß.
Die AU4 ist speziell auf sogenannte „attritable“ UAVs ausgelegt – kostengünstige Drohnen, die für Einsätze mit hohem Risiko vorgesehen sind. Aurora Labs sieht hier großes Potenzial, insbesondere bei internationalen Kunden aus dem Verteidigungssektor. Bereits jetzt laufen Gespräche mit globalen Rüstungskonzernen.
Mit der AU4 sowie dem Vorgängermodell AU2 deckt Aurora Labs nach eigenen Angaben einen großen Teil der Anforderungen im Markt für UAV-Antriebssysteme ab. Perspektivisch plant das Unternehmen auch größere Turbinen für Drohnen mit größerer Reichweite.






