
Additive Fertigung als Schlüsseltechnologie für Hyperschallanwendungen
Die Entwicklung manövrierfähiger Hyperschallflugkörper zählt derzeit zu den technisch anspruchsvollsten Aufgaben weltweit. Diese Flugkörper könnten innerhalb kürzester Zeit weltweit Ziele erreichen – ein Vorteil, der geopolitisch von enormer Bedeutung ist. Da konventionelle Bearbeitungsverfahren bei den dafür notwendigen Hochleistungswerkstoffen an ihre Grenzen stoßen, setzt die Branche zunehmend auf den 3D-Druck.
In diesem Zusammenhang wird nun eine Zusammenarbeit zwischen Nikon SLM Solutions, ATI und BPMI bekannt gegeben. Dabei kommt insbesondere das Hochleistungs-3D-Drucksystem NXG XII 600E von Nikon SLM Solutions zum Einsatz, das für seine große Bauplattform und hohe Geschwindigkeit bekannt ist.
Fokus auf Marineantrieb und nukleare Anwendungen

BPMI ist ein zentraler Akteur in der Verwaltung des US-amerikanischen Programms für nukleare Marineantriebe und betreut unter anderem die Energieversorgung von elf Flugzeugträgern sowie rund 70 atomgetriebenen U-Booten. Das Unternehmen übernimmt Aufgaben wie Beschaffung, Entwicklung, Instandhaltung und Entsorgung nuklearer Brennstoffe und arbeitet aktiv am Ausbau der nationalen industriellen Basis für Verteidigungstechnologien.
ATI bringt seine Expertise in der Herstellung von Hochleistungswerkstoffen wie Titan, Nickel-Superlegierungen, Wolfram und Niob ein. Für die Zusammenarbeit wurde eine NXG XII 600E angeschafft, um Bauteile aus Inconel 625 für die Antriebstechnik der US Navy sowie für Hyperschallanwendungen zu fertigen. Damit wird erstmals öffentlich bestätigt, dass LPBF-Systeme (Laser Powder Bed Fusion) für die Marineantriebstechnik der US Navy eingesetzt werden.
Laut Nathan Weiderspahn, Executive Manager bei BPMI, erfüllt die Bauvolumen- und Unterstützungsstruktur der NXG 600E die spezifischen Anforderungen des US-Marineantriebs. Er betont:
„Nikon SLM Solutions‘ Technologie wird eine zentrale Rolle für die Einsatzbereitschaft der Flotte spielen.“
Von Pumpenkomponenten bis zu Schiffsturbinen
Die additive Fertigung wird bei BPMI bereits in verschiedenen Bereichen eingesetzt – beispielsweise bei der Produktion von Pumpen und Laufrädern in Kooperation mit Curtiss Wright und Velo3D. Auch die Firma Sintavia ist an der Entwicklung additiv gefertigter U-Boot-Komponenten beteiligt. Zukünftig könnten sogar Schiffsschrauben oder Turbinenkomponenten durch 3D-Druck gefertigt oder repariert werden – mit Vorteilen bei Reaktionsgeschwindigkeit und Individualisierung.
Sam O’Leary, CEO von Nikon SLM Solutions, unterstreicht:
„Wir sehen diese Partnerschaft als ein klares Bekenntnis zur technologischen Führerschaft und zur Unterstützung der amerikanischen Verteidigungsindustrie.“
Starker US-Fokus bei Nikon SLM Solutions
Mit der Produktion und dem Support seiner Systeme in den USA setzt Nikon SLM Solutions konsequent auf den amerikanischen Markt und sieht in der Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden und der Rüstungsindustrie ein langfristiges strategisches Potenzial. Sollte sich der 3D-Druck bei der Fertigung von Komponenten für Hyperschalltechnologie und Marineantrieb durchsetzen, könnten die damit produzierten Teile über Jahrzehnte hinweg im Einsatz bleiben.
Neue Fertigungstechnologien für die Verteidigung
Additive Fertigung verändert derzeit rasant den Verteidigungssektor. Was denken Sie über die Rolle von 3D-Druck in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Hyperschalltechnik und Marineantrieb? Teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Kommentaren mit! Abonnieren Sie auch unseren kostenlosen Newsletter, um keine Entwicklungen mehr zu verpassen.






