Das Kunststoff-Zentrum SKZ und das UNIpace der Universität Kassel haben laut einer Pressemitteilung ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „ADDmold für LSR“ ins Leben gerufen. Das im Februar 2025 gestartete Projekt widmet sich der Entwicklung von additiv gefertigten Werkzeugeinsätzen für den Flüssigsilikonspritzguss (Liquid Silicone Rubber, LSR). Ziel ist es, durch den Einsatz von 3D-gedruckten Formeinsätzen wirtschaftliche und flexible Lösungen für die Kleinserienproduktion und Prototypenfertigung zu ermöglichen.

Additiv gefertigte Werkzeugeinsätze als Alternative zu Metallformen

Ein additiv gefertigter Werkzeugeinsatz aus Harz und das damit hergestellte Silikonbauteil im Vergleich
Ein 3D-gedruckter Werkzeugeinsatz und das daraus gefertigte Bauteil zeigen das Potenzial additiver Fertigung für den Flüssigsilikonspritzguss. (Bild © Christian Deubel, SKZ)

Bisher wurden additiv gefertigte Werkzeugeinsätze vor allem für den Spritzguss von Thermoplasten verwendet. Der Einsatz im Bereich der Flüssigsilikonverarbeitung blieb aufgrund hoher mechanischer und thermischer Belastungen eine Herausforderung. Das Forschungsprojekt „ADDmold für LSR“ soll nun den Nachweis erbringen, dass 3D-gedruckte Werkzeugeinsätze auch für diese anspruchsvolle Anwendung geeignet sind. Durch den Einsatz harzbasierter Drucktechnologien könnten Unternehmen künftig auf teure und zeitaufwändige Metallformen verzichten und stattdessen kosteneffiziente, schnell herstellbare Alternativen nutzen.

Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bietet diese Technologie Potenziale: Die Entwicklungszyklen von Produkten könnten verkürzt, individuelle Anpassungen schneller umgesetzt und Produktionskosten gesenkt werden. Das ermöglicht eine höhere Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt.

Vorteile für Industrie und Forschung

Die Forschung konzentriert sich darauf, belastbare Werkzeugeinsätze zu entwickeln, die den hohen Anforderungen der LSR-Verarbeitung standhalten. Dabei spielen Faktoren wie Temperaturbeständigkeit, Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit eine zentrale Rolle. Falls erfolgreich, könnte die additive Fertigung neue Wege für die Serienproduktion von Silikonbauteilen eröffnen – insbesondere in Branchen wie Medizintechnik, Automobilbau oder Elektronik.

Dr.-Ing. Ralf-Urs Giesen, Geschäftsführer des UNIpace, betont:

„Durch die Kombination von additiver Fertigung und Flüssigsilikonverarbeitung erschließen wir innovative Möglichkeiten für Unternehmen, die mit Silikonen arbeiten. Schnelle und kosteneffiziente Werkzeugherstellung kann die Innovationskraft in diesem Bereich deutlich steigern.“

Auch Alexander Schulmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SKZ, sieht großes Potenzial in der Forschung:

„Unsere Erfahrungen mit additiv gefertigten Werkzeugen für Thermoplaste haben gezeigt, dass erhebliche Einsparungen möglich sind. Mit diesem Projekt wollen wir die gleichen Vorteile nun auch auf den Flüssigsilikonbereich übertragen.“

Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich aktiv am Forschungsprojekt zu beteiligen. Durch die Teilnahme am Projektausschuss können sie frühzeitig von den Forschungsergebnissen profitieren und eigene Anforderungen einbringen.

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