
Immer größere Gewebestücke werden möglich

Schon seit Jahren spricht die Medizinbranche von der Möglichkeit, menschliche Organe mithilfe des 3D-Drucks herzustellen. Erst kürzlich haben Fortschritte in der Stammzellforschung, der Zellproduktion und der additiven Fertigung diesen Traum in greifbare Nähe gerückt. „Mit der Entwicklung von Gefäßstrukturen können nun größere Gewebestücke implantiert werden, die auch überleben“, sagt Mark Skylar-Scott, Assistenzprofessor für Bioengineering und Hauptverantwortlicher des Projekts an der Stanford University.
In den letzten zehn Jahren hat die additive Fertigung enorme Fortschritte gemacht, wodurch die 3D-Druck-Technologie immer mehr in den Vordergrund gerückt ist. Trotz dieser Entwicklungen sind im Bereich Bioprinting noch viele Herausforderungen zu bewältigen, wie die Gewährleistung der Zelllebensfähigkeit oder das gleichzeitige Drucken von allen Seiten. Das Projekt von ARPA-H und Stanford zielt darauf ab, mit zusätzlichen finanziellen Mitteln die Entwicklung in diesem Bereich weiter voranzutreiben.
Zellen als „Tinte“ für den 3D-Drucker
Das Projekt nutzt automatisierte Bioreaktoren, um verschiedene Zelltypen des Herzens in Milliardenstückzahlen zu produzieren. Diese Zellen dienen dann als „Tinte“ für den 3D-Drucker. Das Endziel: Alle zwei Wochen genügend Zellen für ein Herz zu produzieren, um das Organ schließlich in ein Schwein zu implantieren. Die große Vision dahinter ist die Herstellung patientenspezifischer Organe aus eigenen Zellen, ein lang gehegter Traum in der Medizin.
Obwohl dieses Projekt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von 3D-gedruckten Organen darstellt, betont Skylar-Scott, dass es noch Jahrzehnte dauern könnte, bis diese Technologie regelmäßig in der Medizin eingesetzt wird. Nichtsdestotrotz ist das gemeinsame Vorhaben von ARPA-H und Stanford ein bedeutender Schritt in Richtung kommerzieller Nutzung und Übersetzung des Organ-Engineerings.






