Sicher wird sich mancher jetzt an Action- bzw. James-Bond-Filme erinnert fühlen: Türen und Tresore lassen sich dort oft nur durch einen Fingerabdrucksensor öffnen. Deswegen stülpte sich mancher Held die Hand der Person über, welche normalerweise Zugang zum Raum hat. Mit Hilfe von 3D-Druck rückt ist genau das jetzt möglich.

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michigan-state-university-logo-2Forschern der Michigan State University ist es nun gelungen, eine komplette Hand mit einem 3D-Drucker herzustellen und sie an jedem einzelnen Finger mit einem individuellen Fingerabdruck zu versehen.

Bereits im Juli 2016 war es den Forschern der Michigan State University (MSU) möglich, das mit Fingerabdruck blockierte Handy eines Mordopfers zu knacken, indem sie einen Finger des Opfers klonten. Dieser wurde zwar nur zweidimensional erzeugt, reichte aber vollkommen aus.

Durch den 3D-Druck lassen sich auch Furchen und Erhebungen im Fingerabdruck perfekt darstellen. Zudem weist das eingesetzte Material die gleiche Stärke und Elastizität auf wie die Hand eines Menschens. So war es den Forschern möglich, eine Art Handschuh zu entwickeln, der über die eigene Hand gestülpt wird, aber mit anderen Fingerabdrücken versehen ist. Die eigenen Fingerabdrücke werden dabei vollkommen verdeckt.

Handschuh am Scanner.
Der übergezogene Handschuh an einem Scanner. (Bild: © msu.edu)

Schnell fanden die Forscher heraus, dass helles Material viel besser geeignet ist als dunkles und die Fingerspitzen zudem leitfähig sein müssen, damit sie für Handyscanner verwendbar sind. Aus diesem Grund werden die Fingerkuppen mit Silber oder Gold beschichtetMit diesem Handschuh lässt sich so ziemlich jeder Fingerabdrucksensor manipulieren. Selbst Tatorte können durch den Handschuh „verunreinigt“, sprich mit anderen Fingerabdrücken versehen werden.

Technologie soll für mehr Sicherheit sorgen

Die Erkenntnisse über diese Methode sollen aber auch zu einer höheren Sicherheit beitragen. Deshalb sollten die Entwickler der Sensoren sich verstärkt darauf konzentrieren, Geräte zu entwickeln, die echte von falschen Händen unterscheiden können.

Präsentation des 3D-Handschuhs.
Professor Anil Jain (rechts) und der Student Sunpreet Arora (links im Bild) präsentieren den 3D-Handschuh. (Bild: © msu.edu)

Für den 3D-Druck des Handschuhes verwendeten die Forscher der MSU einen Stratasys Objet 350 Connect, der mit Anschaffungskosten von etwa 250.000 US-Dollar zu Buche schlägt. Die Materialkosten pro Handschuh belaufen sich auf etwa 500 US-Dollar.

Um die Kosten zu senken, planen die Forscher die Herstellung eines normierten Handschuhs, auf den dann nur noch die Fingerabdrücke übertragen werden müssen. Die Materialkosten fallen dadurch wesentlich geringer aus, als dies bei 3D-Druck-Filamenten der Fall ist.

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