Das französische Metallurgie-Unternehmen Metalvalue plant, 50 Millionen Euro in den Bau einer neuen Zerstäubungsanlage für Stahlpulver zu investieren. Dieses Pulver soll dann hauptsächlich für den 3D-Druck von Metallteilen verwendet werden.

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Metalvalue Logo.Die neue Anlage soll in Pîtres (Normandie) etwa 60 neue Arbeitsplätze bringen und zugleich die weltweit größte ihrer Art sein. Als erwartete Produktionskapazität gibt das Unternehmen etwa 40.000 Tonnen Metallpulver jährlich an. Fast die gleiche Menge wird bislang weltweit produziert. Das von Metalvalue hergestellte Pulver findet bereits jetzt in der Automobil-, Luftfahrt– und Energieindustrie Verwendung.

Es ist geplant, dass das neue Werk im vierten Quartal 2018 seinen Betrieb aufnehmen soll. Es liegt direkt neben einer Manoir-Industrie-Gießerei, welche die neue Metalvalue-Anlage mit flüssigem Stahl versorgen soll. Dieser wird dann zu 3D-druckbaren Metallpulvern verarbeitet. Damit die Gießerei die notwendige Kapazität besitzt, werden auch in diese 25 Millionen Euro investiert und dadurch 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das sorge nach Meinung des MetalValue Generaldirektors Alain Honnart „für die Zukunft einer alten Industrie und der Metallurgie in der Zukunft“.

Vorteile von Stahlpulver für den 3D-Druck

Produktionsgebäude
Metalvalue Produktionsgebäude in Pîtres. (Bild: © Metalvalue)

Stahlpulver zeichnet sich durch einige Vorteile aus. Dazu gehört beispielsweise die Korrosionsbeständigkeit. Zugleich ist er als Rohstoff ökonomischer, denn sie benötigen nur 1,2 kg flüssigen Stahl, um daraus 1 kg Pulver herzustellen. Wird hingegen fester Stahl zu Pulver verarbeitet, liegt das Verhältnis bei 3,4 : 1.

Metalvalue erwartet, dass sich die Stahlpulverpreise, die aktuell bei etwa 400 Euro pro Kilogramm liegen, durch die Erhöhung der Produktionsmenge, aber auch dem geringeren Materialeinsatz pro kg Pulver, reduzieren. Dadurch wird das Material noch wettbewerbsfähiger.

Aktuell beschäftigt Metalvalue 80 Mitarbeiter, erwarb vor Kurzem ein weiteres Unternehmen im schwedischen Karlskoga, dass sich auf die Herstellung von Metallteilen spezialisiert hat, und ist dabei, im französischen Etain eine weitere Fabrik zu errichten. Auch diese soll Teile aus Metallpulver herstellen. Aktuell beläuft sich der Jahresumsatz des Unternehmens auf 10 Millionen Euro, für die nächsten fünf Jahre wird eine Verzehnfachung erwartet. Die industrielle Fertigung von Stahlpulver für den 3D-Druck wäre sicher auch ein interessanter Branchenzweig für deutsche Stahlunternehmen.

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