Disruptive Technologien sind mit weiter wachsender Globalisierung, Industrialisierung, Digitalisierung und Innovationskraft weiter auf dem Vormarsch. Dazu zählt auch die additive Fertigung, bekannt als 3D-Druck. In vielen Branchen stellt sich daher die Frage: Verdrängt der 3D-Druck die traditionelle Fertigung?

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Disruptive Technologien sind in aller Munde. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich mit dem Aufkommen der Digitalisierung die Umlaufgeschwindigkeit dramatisch erhöht hat. Dauerte es im vorigen Jahrhundert noch Jahre oder gar Jahrzehnte bis eine neue Technologie den Sprung von der Innovation zum Massenmarkt abgeschlossen hatte, so kann dies in unserer Zeit oftmals innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen sein.

Ein neues Produkt kommt auf den Markt, überzeugt zunächst die Bastler und Nerds, bevor es wie eine riesige Welle über die Wirtschaft und die Konsumenten schwappt und alles, was zuvor noch selbstverständlicher Standard war, unter sich begräbt. So ungefähr definiert sich auch der Begriff der disruptiven Technologien. Damit sind Erfindungen gemeint, die den Erfolg bestehender Technologien beenden und diese vollständig vom Markt verdrängen bzw. ersetzen. Sie werden oft als Sieg von ressourcenarmen Unternehmen gegenüber großen und etablierten Firmen beschrieben. Der 3D-Druck hat das Potential, eine disruptive Technologie zu werden.

3D-Drucker mit Filament und Laptop
Nicht nur in vielen Studien, sondern immer häufiger auch in der Praxis wird bestätigt, dass 3D-Drucker sukzessive die traditionelle Fertigung in einigen Branchen ablösen wird (Symbolbild).

Vom Auto zum 3D-Druck

Historische Vorbilder solch unglaublicher Markterfolge gibt es viele. Bestes Beispiel dafür war die Erfindung des Autos. Dienten Pferde zuvor dem Menschen jahrhundertelang als Arbeitstiere und Beförderungsmittel, so war es damit schnell vorbei. Die vollständige Marktdurchdringung der Kraftfahrzeuge dauerte allerdings viele Jahre und Jahrzehnte.

Während Maschinen aller Art zunächst auf mechanischen Konstruktionen basierten, änderte sich ihre Herstellung mit Erfindung der Elektronik ebenfalls schlagartig. Das betraf erstmals viele Lebensbereiche der Menschheit. Nichts blieb davon verschont. Selbst Spiele, wie die berühmten einarmigen Banditen, hatten plötzlich unzählige Optionen zur Verfügung. Die Programme konnten mit der Verwendung von Zufallsgeneratoren in den elektronischen Automaten nicht nur die Ergebnisse sofort ausgeben, sondern auch die Optik und den Klang herkömmlicher Maschinen perfekt nachahmen. Das Ende einer Ära war eingeläutet und es gab kein Zurück mehr. Wie schnell so eine Ablöse vonstatten gehen kann, musste die Musikindustrie schmerzhaft am eigenen Leibe erfahren.

Als der deutsche Elektrotechniker Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer Institut das mp3-Verfahren erfand, konnte noch niemand ahnen, dass er damit das Ende der CD einläuten würde. Doch die immensen Vorteile des digitalen Formats waren überwältigend, der Erfolg beließ keinen Stein auf dem anderen. Nun schickt sich der 3D-Druck an, die traditionelle Fertigung der Industrie zu revolutionieren.

Auf dem Weg zum Industrie-Standard

Ob die 3D-Drucktechnik auch das Potential zu einer disruptiven Technologie besitzt, darüber streiten die Experten noch. Doch die Technologie ist auf dem besten Weg, Standard für die Produktion zu werden. Interessanterweise sehen die Betroffenen die Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als große Chance. Wie die neue Studie mit dem Titel: „Das Potenzial der additiven Fertigung: Digitale Technologien im Unternehmenskontext“ von VDI und RWTH Aachen herausgefunden hat, setzen bereits mehr als zwei Drittel aller befragten Unternehmen den 3D-Druck für die Herstellung von Prototypen und Pilotserien ein. Weitere 16 % der in der Studie befragten Firmen wollen in den nächsten zwei Jahren in den Bereich einsteigen. Rund 13 % setzen die additive Fertigung, so wird der 3D-Druck auch genannt, bereits in der Fertigung ihrer Endprodukte ein. 17 % werden in den nächsten zwei Jahren so weit sein.

Viele Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter und wenden die Technologie für die Herstellung von Montagetools und Werkzeugen an. Damit beweist der 3D-Druck bereits jenes Potential, das disruptive Technologien ausmacht. Die vielfältigen Möglichkeiten und das neuartige Leistungsversprechen verändert den Wettbewerb und kann bestehende Marktführerschaften schlagartig beenden. Die in der Studie befragten Techniker sehen die Entwicklung positiv. Sie fürchten keine Zerschlagung bestehender, sondern die Möglichkeit neuer, erfolgsversprechender Geschäftsmodelle.

Nächster Stopp: Massenmarkt

Ei aus dem 3D-Drucker
Die Möglichkeiten mit dem 3D-Drucker scheinen auch für den Privatbereich grenzenlos. Spielzeuge, Dekorationsartikel, Küchenhelfer, Werkzeuge (Symbolbild).

Fakt ist, dass der 3D-Druck immer stärker in unsere Lebensbereiche vordringt. So bietet der österreichische Diskonter Hofer seit kurzem einen 3D-Drucker zum Preis von € 199 an. Selbst die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat bereits mit günstigen 3D-Druckern in dieser Preisklasse experimentiert und damit erfolgreich eine Elektronikkomponente hergestellt. Ob künstliche Organe, oder erneuerbare Energie, kein Industriebereich scheint mehr vor der 3D-Drucktechnologie „sicher“ (sehen Sie in unserer Themenwelt die große Bandbreite der Anwendungsbereiche von 3D-Druck).

Dieser Prozess, der vor Jahren in einer kleinen Nische begann, ist auf dem besten Weg, bestehende Technologien abzulösen und ein neues Zeitalter in der Fertigung einzuläuten. Neue Geschäftsmodelle sind am Entstehen, Innovation passiert an allen Ecken und Enden. Der Einstieg zahlreicher Player in den Markt hat dazu geführt, dass sich die Preise im freien Fall befinden und so der 3D-Druck auch für Privatpersonen attraktiv wird. Nun wird es spannend. Schafft es der 3D-Druck tatsächlich, zu einem dominierenden Marktfaktor heranzureifen und viele etablierte Unternehmen und Produkte zu verdrängen? Die nächsten Jahre werden beweisen, ob er das Zeug zur disruptiven Technologie hat oder nicht.

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