Cone Beam CT-Verfahren:

Präzise 3D-Diagnostik in der modernen Zahnmedizin

Das Cone Beam CT-Verfahren ermöglicht eine besonders präzise 3D-Diagnostik und gilt als modernes Verfahren der Zahnmedizin. Dieser Beitrag gibt alle Informationen zu dem Verfahren und zeigt an einem Experten-Interview die Vorteile für Zahnmediziner und Patienten auf.

Noch vor einigen Jahren war die moderne Zahntechnik bei der Diagnose und Kontrolle des Behandlungserfolgs auf zweidimensionale bildgebende Verfahren angewiesen. So konnten bspw. durch intraorales Röntgen oder Panorama-Röntgen Aufnahmen von Kieferknochen und Zähnen erstellt werden.

Das Cone Beam CT-Verfahren

Gerät für 3D Volumentomographie
Mobiler 3D-Scanner für den Einsatz von dem Cone Beam CT-Verfahren (Bild © Gelencsér Dental).

Der diagnostische Vorteil dreidimensionaler Verfahren liegt jedoch auf der Hand und so verwundert es nicht, dass immer mehr Zahnärzte und Kieferchirurgen auf die 3D-Computertomographie zurückgreifen.

Die 3D Zahntechnik arbeitet dabei hauptsächlich mit dem Cone Beam CT-Verfahren: Das Gerät ist deutlich kleiner und auch preiswerter, als ein herkömmlicher Computertomograph, bei dem der Patient auf einer Liege durch den Untersuchungstunnel (Gantry) gefahren wird. Das Cone Beam CT-Verfahren dagegen arbeitet mit einem mobilen Scanner, der um den Kopf des Patienten herumgeführt wird und ihn mit einem kegelförmigen Röntgenstrahl abtastet. Dabei wird in nur 20-40 Sekunden ein kompletter 3D-Scan des Mundbereichs erstellt, ganze 10 Sekunden genügen, um einen einzelnen ausgewählten Bereich zu erfassen.

Dreidimensionale Modelle als Grundlage der Diagnostik und Behandlungsplanung

3D-Modell Schädel
Digitales 3D-Modell von einem Schädel für die zahnmedizinische Behandlung (Bild © Gelencsér Dental).

Eine 3D CT-Aufnahme besteht aus mehreren hundert 2D-Bildern, die digital übereinandergelegt und zu einem ‚durchfahrbaren‘ 3D-Modell des Schädels zusammengesetzt werden. Sie lässt sowohl Höhe, Dicke und Breite von Kieferknochen und Zähnen erkennen, als auch – wenn auch etwas weniger präzise als die herkömmliche CT – Weichgewebe und Nervenkanäle. Zudem ermöglicht das 3D CT die Messung der Knochendichte.

Die Strahlendosis ist beim Cone Beam CT geringer als bei einer herkömmlichen Computertomographie, aber doch höher als bei herkömmlichen Röntgenaufnahmen. Daher kommt dieses Verfahren vor allem dann zum Einsatz, wenn eine besonders präzise Diagnostik erforderlich ist. Dies betrifft insbesondere:

  • Planung und Erfolgskontrolle bei der Zahnimplantation
  • Planung und genaue Anpassung von Zahnersatz, insb. Zahnimplantaten
  • Untersuchung und ggf. Entfernung von Weisheitszähnen
  • Diagnose gebrochener Zahnwurzeln
  • Analyse versteckter Kariesherde
  • Tumordiagnose im Kieferbereich

Interview mit Dr. Gelencsér von Gelencsér Dental

Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Im Interview: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér (Bild © Gelencsér Dental).

Dr. Gelencsé von Gelencsér Dental ist ein bekannter Experte auf dem Gebiet der Cone Beam CT-Diagnostik und Einsatz von 3D in zahnmedizinischen Anwendungen.

3D-grenzenlos: Guten Tag Herr Dr. Gelencsé. Können Sie am Beispiel eines geplanten Zahnimplantats beschreiben, welche Informationen Sie dank der Cone Beam CT-Diagnostik erhalten – insbesondere im Vergleich zu einer herkömmlichen Röntgenaufnahme?

Dr. Gelencsér: Guten Tag. Der Unterschied zwischen den herkömmlichen Röntgenaufnahmen und der CT-Diagnostik ist plausibel. Solange man auf den üblichen zweidimensionalen Röntgenbildern nur Längen messen kann, geben die dreidimensionalen Aufnahmen die komplexe Knochenmorphologie wieder.

Durch die 3D-CT-Diagnostik ist es möglich, auch exakte Messungen bezüglich der Knochenbreite und Knochendichte vorzunehmen, in Problemfällen Wölbungen und Knochenhöhlen auf einzelnen Schichtaufnahmen erkennbar zu machen, sowie die Position und den Verlauf der Nervenbahnen zu veranschaulichen. Man erhält eine überlagerungsfreie Darstellung und sieht alles Verborgene, was bei der Planung von implantologischen Eingriffen enorm wichtig ist.

3D-grenzenlos: Wie funktioniert die Messung der Knochendichte per Cone Beam CT?

Dr. Gelencsér: Bei der Aufnahme dreht sich das Gerät bis zu 360 Grad um den Patienten. Aus den Daten, die das konische Strahlenbündel liefert, wird ein Datensatz erstellt, der zur Berechnung von Primär- und Sekundärrekonstruktionen dient. Die gewünschten Messungswerte erscheinen dann per Mausklick auf der Aufnahme.

3D-grenzenlos: In welchen Fällen ist ein Komplettscan des Mundbereichs erforderlich, in welchen genügt ein Teilscan?

Dr. Gelencsér: Welche Art von Aufnahmen erforderlich sind, hängt stets von der individuellen Situation ab. Je nach Größe des Eingriffsbereichs kann das unterschiedlich ausfallen. Wenn man einen Sinuslift plant, reicht es aus, nur von dem betroffenen Quadranten eine Aufnahme zu machen.

3D-grenzenlos: Ist die Cone Beam CT-Diagnostik für alle Patienten geeignet?

Dr. Gelencsér: Geeignet sicherlich, jedoch nicht erforderlich. Bei verlagerten Zähnen, für die Ermittlung von Zysten, bei mund- und kieferchirurgischen Diagnosen und im Bereich der Implantologie ist es zweckmäßig. Vorteilhaft ist es auch bei geringem Knochenangebot und extrem wichtig, wenn Nervenbahnen umgangen werden müssen.

3D-grenzenlos: Was betrachten Sie persönlich als den größten Vorteil der Cone Beam CT-Diagnostik?

Dr. Gelencsér: Den größten Vorteil sehe ich in der extrem genauen Bildgebung. Was auf einer zweidimensionalen Aufnahme nicht ganz oder gar nicht zu erkennen ist, bleibt hier nicht verborgen.

Bei einer Herd- oder Störfeldsuche zum Beispiel kann man die ganze Bezahnung auf chronische Entzündungen überprüfen.  Bei der Implantatplanung ist die Knochenmorphologie einfach zu kontrollieren, um die ideale Stelle für den Implantatkörper zu bestimmen. Wenn für die geplante Versorgung Knochenersatz in Form von einem Knochenblock erforderlich wird, sind die CT-Aufnahmen unerlässlich, da dieser Knochenblock mit der neuesten CAD/CAM Technologie anatomisch passgenau angefertigt werden kann.

3D-grenzenlos: Vielen Dank für das Interview.

Dr. Gelencsér: Sehr gerne.

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