
Nachhaltige Prozesse und Materialien
Der prämierte Sitz von BMW ist Teil eines Forschungsprojekts, das zukünftige Produktentwicklungen vorantreiben soll. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, nachhaltige Materialien wie Pflanzen-basierte Stoffe zu verwenden und den Anteil von Sekundärrohstoffen zu erhöhen. In Bezug auf das Design für eine Kreislaufwirtschaft liegt der Fokus auf einer verbesserten Recyclingfähigkeit am Ende des Produktlebenszyklus.

Ein Highlight des Projekts ist die Verwendung eines Algen-basierten Polymers im 3D-Druckverfahren. Obwohl dies in der Pressemitteilung von BMW nicht explizit erwähnt wird, scheint die Technologie des MIT Self-Assembly Labs, die Liquid-in-Liquid-3D-Drucktechnologie, eine Rolle zu spielen. Diese Technologie ermöglicht es, weiche, flexible Produkte aus Materialien wie Silikon und Schäumen ohne Nachbearbeitung herzustellen. Der Sitz ist so gestaltet, dass die Struktur sichtbar bleibt und ein minimalistisches Design betont. Die intensive Lebenszyklusanalyse (LCA) wurde in jeder Entwicklungsphase durchgeführt, um die Nachhaltigkeit zu optimieren.
Falco Hollmann, Innovationsmanager für Leichtbau und Nachhaltigkeit bei BMW M GmbH, erklärte bei der Preisverleihung: „Wir zeigen heute, was morgen mit den bestehenden Technologien und Materialien möglich sein wird, um unsere Bemühungen zur Reduzierung von Emissionen und Ressourcenschonung auf die nächste Stufe zu heben. Dabei geht es nicht nur um den Ersatz von Materialien, sondern vor allem um das Design für die Kreislaufwirtschaft.“
Verringerung des CO2-Fußabdrucks
Ein wesentlicher Ansatz des Projekts bestand darin, zukunftsorientierte Materialien zu nutzen, die heute verfügbar sind. Durch den Einsatz von Naturfasern, Faserverbundwerkstoffen, Lederalternativen und Algen-basierten Polymeren konnte der CO2-Fußabdruck des Sitzes um 90 % im Vergleich zu einem herkömmlichen BMW M Kohlefaser-Sitz reduziert werden. Die additive Fertigungstechnologie ermöglichte es, Stützstrukturen, chemische Nachbehandlung und Finishing-Schritte komplett zu eliminieren. Dies trug dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und Ressourcen zu schonen.
Roberto Rossetti, Leiter der Entwicklung des gesamten Fahrzeuglebenszyklus bei der BMW Group, betonte:
„Eine unserer größten Erkenntnisse war die Modellierung unserer Prozesskette, um fehlende Primärdaten zu generieren. Die gewonnenen Daten liefern neue Einblicke, sowohl in Bezug auf die heutigen negativen Einflussfaktoren als auch auf die Gestaltung der Prozesse von morgen.“
Die BMW Group hat mit dem „M Visionary Materials Seat“ einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Automobilproduktion gemacht, indem sie innovative Materialien und Fertigungstechnologien einsetzt, die sowohl den Energieverbrauch als auch die CO2-Emissionen deutlich reduzieren.






