Saudi-Arabien:

„Paper Watch“ aus dem 3D-Drucker kostengünstige Alternative zur Apple Watch

 16. Januar 2017  Susann Heinze-Wallmeyer  

Forschern der in Saudi-Arabien ansässigen King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) ist es gelungen, mit der „Paper Watch“ eine einfache und zugleich kostengünstige Alternative zur Apple Watch zu erfinden. 3D-Drucker halfen bei der Produktentwicklung.

King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) LogoDie „Papier Uhr“ besteht aus herkömmlichen Haushaltsmaterialien wie beispielsweise Aluminiumfolie und Schwämmen, ist einer Mitteilung von IEE SPECTRUM zu entnehmen. Zugleich kommen auf Silikon basierende Soft-Sensoren zum Einsatz. Verbaut werden die Materialien in einem raffinierten Uhrenarmband mit Gehäuse aus einem 3D-Drucker. Natürlich ist die Bezeichnung „Paper Watch (dt. „Papieruhr“) etwas irreführend, denn zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist das Gerät mit keinem Zeitmesser ausgestattet. Nach Angaben der KAUST-Forscher ist dies in Zukunft aber durchaus angedacht.

Paper Watch
Die Paper Watch lässt sich bequem am Handgelenk tragen und erfasst verschiedene Körperfunktionen. (Bild: © Muhammad Mustafa Hussain/KAUST)

Was kann die Paper Watch?

Mit dem aktuellen Prototypen der Paper Watch können unter anderem Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck und die Intensität des Schweißes verifiziert werden. Wenn die weichen Sensorenkomponenten einen Defekt aufweisen, können sie problemlos ersetzt werden. In der Herstellung kostet der Prototyp der Paper Watch gerade einmal 25 US-Dollar und ist somit deutlich günstiger als eine Apple Watch. Zugleich haben die Entwickler vor, die Produktionskosten ihrer Uhr in den nächsten Jahren weiter zu senken.

„Mein Ziel ist es, den Verkaufspreis um $ 5 pro Jahr in den nächsten fünf Jahren zu senken, bis ein Punkt erreicht ist, wo jeder eine hat.“ Muhammad Mustafa Hussain

„Ich möchte die Technologiewelt stören, indem wir Technologien vor allem für diejenigen zur Verfügung stellen, die es sich sonst nicht leisten können“, sagt Muhammad Mustafa Hussain, Elektroingenieur an der KAUST.

Aufbau des Gerätes

Der niedrige Preis ist auf die einfache Konstruktion des Gerätes zurückzuführen. Die Temperatur- und Feuchtesensoren werden von den KAUST-Mitarbeitern mit einem silbernen Tintenstift auf Post-it-Notizzetteln aufgebracht. Die Drucksensoren bestehen aus Aluminiumfolie, doppelseitigem Klebeband und Mikrofaser. Diese Sensoren sind recyclingfähig und werden in der untersten Schicht angeordnet. Die zweite Schicht besteht aus sogenannten Schaltungen für die Sensoren, die dritte enthält einen ultradünnen Mikroprozessorchip, der aus Silizium besteht. Darauf folgen die Schaltungen für die Batterie. Die oberste Schicht wiederum enthält ein sogenanntes RFID-Schild. Dieses Schild wird durch das Aufbringen silberner Farbe auf einen Post-it-Zettel und der Anbringung eines flexiblen Funkchips hergestellt. Die gesamten Schichten werden dann im 3D-gedruckten Uhrengehäuse untergebracht.

Rückseite des Gehäuses.
Hier sind die Sensoren und Leitungen der Paper Watch zu sehen. (Bild: © Muhammad Mustafa Hussain/KAUST)

Der erste Prototyp der Paper Watch wurde bereits umfangreichen Tests unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass er fast die gleiche Genauigkeit erreichte wie die Samsung Smartwatch und die Apple Watch, nur zu einem deutlich günstigeren Preis. Derzeit befindet sich die Uhr in einer Software-Testung und soll später mit Smartphones kompatibel sein.

Als nächsten Schritt möchten die Wissenschaftler erreichen, dass die Paper Watches auch aufgrund ihres niedrigen Preises vor allem in der älteren Bevölkerung großen Anklang finden. Sie erwägen aber auch, der Paper Watch eine Zeitanzeige hinzuzufügen.


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