Das Designstudio Hassel und to.org haben vor Kurzem ihre Pläne für einen 3D-gedruckten Pavillon aus recyceltem Kunststoff vorgestellt. Vor zwei Jahren haben wir außerdem über die ArchiTech Company berichtet, die mit 3D-Druck einen modularen Pavillon aus Abfällen der lokalen Hafenindustrie präsentiert hat. Auf der japanischen Insel Honshū befindet sich laut einem Artikel von Designboom seit April 2023 ebenfalls ein 3D-gedruckter Pavillon. Diesen haben die Architekten Kei Atsumi und Nicholas Préaud entworfen und mit über 900 3D-gedruckten Platten aus Holz und PLA-Filament zu einem eleganten, geschwungenen Gebäude zusammengesetzt.

„Tsuginote Tea House“

Mit ihrem Pavillon wollten die Architekten eine umweltfreundliche Struktur entwerfen, die jeder leicht nachbauen kann. Um selbst einen 3D-gedruckten japanischen Pavillon herzustellen, der den Namen Tsuginote Tea House trägt, sind weder spezielle Kenntnisse im Bauwesen, Werkzeuge oder Zubehör notwendig. In ihrer Prototyping-Phase setzten sich die Architekten mit dem 3D-Druck auseinander, um mithilfe der FDM-Technologie das endgültige Design zu erstellen.

Sie erklären:

„Die erste Phase der auf Architektur und Konstruktionssysteme angewandten Forschung wurde weitgehend von den traditionellen japanischen Tsugite- und Shiguchi-Montagesystemen für die Rahmenstrukturen inspiriert und vorangetrieben. Diese Phase der Forschung und geometrischen Zusammensetzung wurde durch Teilprototypen vor dem Prototyping einer vollständigen Struktur im Maßstab 1:1 unterstützt, die durch die Investition in 3D-Drucker ermöglicht wurde. Die Möglichkeit, digitale Modelle in physische Objekte zu übersetzen, deren mechanisches Verhalten direkt bewertet werden kann, war von Anfang an ein echter Gewinn und ein erhebliches Zeitersparnis.“

3D-Druck und traditionelle Methoden

Der Baubereich eines FDM-3D-Druckers ist jedoch vergleichsweise klein, was die Architekten etwas einschränkte. So erforschten sie die Kunst des Verbindens im japanischen Stil oder Tsugite. Statt Holzkomponenten mit Nägeln oder Leim zu verbinden, setzt Tsugite auf ein ausgeklügeltes Verriegelungssystem. Die Architekten ließen sich von der Idee inspirieren und haben einen Pavillon zusammengebaut, um eine maßstabsgetreue Struktur zu schaffen. Dazu kombinierten sie neue Technologien mit traditionellen Methoden.

Für den Pavillon wurde holzfaserbasiertes PLA eingesetzt. PLA ist zwar nur unter bestimmten Voraussetzungen biologisch abbaubar, lässt sich jedoch gut verarbeiten. Die Zugabe der Holzfaser macht es zu einem natürlichen Rohstoff, der wiederverwendet werden kann, wie die Architekten erklären.

Die Architekten erklärten:

„Technisch zielt diese Montage darauf ab, die Schwäche aller traditionellen Holzkonstruktionen in einer bestimmten linearen Richtung zu beseitigen, die durch Blockieren mit Anschlägen und Reibung funktioniert. Die von uns entwickelte Lösung, die sowohl auf ein Paneelsystem als auch auf einen Rahmen angewendet werden kann, bietet eine Geometrie, die diese lineare Schwäche aufhebt und gleichzeitig werkzeuglos an einem einzigen Scharniersystem montierbar und demontierbar ist.”

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