Der Modehersteller Hugo Boss hat auf einer Fachkonferenz zum Thema Digitalisierung in der Modewelt gesprochen. Das Unternehmen stehe wie auch die gesamte Modewelt vor einem massiven Umbruch und beschreibt, wie es selbst mit Hilfe moderner 3D-Software seine Produkte digital entwickelt.

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Der international bekannte Modekonzern Hugo Boss aus Metzingen setzt für sein Designprozesse 3D-Software ein und entwickelt bereits 40 Prozent seiner Kollektion am Computer, ohne einen ersten handgefertigten Prototypen. Auf der Konferenz Re´aD des Deutschen Mode-Instituts wurde am 15. November 2018 von Fachleuten aus der Modebranche die Digitalisierung der Lieferkette diskutiert. Gegenüber der Automobilindustrie hat die Modebranche hier noch ordentlich Nachholbedarf, wie in einem Artikel auf fashionunited.de berichtet wird.

Die Vorteile des 3D-Drucks in der Modebranche

Hugo Boss befasst sich bereits sehr intensiv mit der Digitalisierung, heißt es in dem Artikel. Bei anderen Modefirmen werden jedoch immer noch Farbmuster von Lieferanten zugeschickt und Prototypen mit der Hand statt digital gefertigt. Wie Birgit Wiech, Senior Head of Product Excellence Woman bei Hugo Boss, während der Präsentation der virtuellen Mode mit ihrer Kollegin Jule Widmann laut dem Artikel erklärte, befinde man sich in einem massiven Umbruch, wo auf Geschwindigkeit gesetzt werden müsse. Es sei das Ziel, den ganzen Prozess bis ins Geschäft hinaus zu digitalisieren.

Vor fünf Jahren begann Hugo Boss bereits mit der Umstellung seiner Produktentwicklung. Anfangs wurden nur einfache Kleidung wie Shirts, Strickwaren und Jerseys auf dem PC simuliert. Der Vorteil liegt darin, dass bei 3D-Modellen nur Oberstoff-Schnittmuster für den 3D-Prototypen erstellt werden müssen. Am PC-Monitor oder in Lebensgröße lassen sich Ausdrucke, Farben und Stoffe am Modell simulieren. Dies unterstützt den Designern bei seinen Entscheidungen, ohne dass im Vorfeld von dem Kleidungsstück ein Muster hergestellt werden muss. Mit wenigen Klicks werden etwa Änderungen an den Ärmeln und Ausschnitt vorgenommen.

Hugo Boss Mitarbeiter an einer Konferenz
Einer Schätzung zufolge arbeiten rund 20 Prozent der Kunden bei der Produktentwicklung mit 3D-Technologie (Bild © Virtual Light Booth of X-Rite, DMI).

Weniger Prototypen seit 2015

Seit 2015 werden Outerwear und Sportbekleidung bei Hugo Boss per 3D-Software simuliert. Klassische Herren- und Damenoberbekleidung wird seit dem vergangenen Jahr virtuell dargestellt. Nach mehr als tausend 3D-Simulationen wird bei 40 Prozent der Kollektion auf den ersten bzw. komplett auf Prototypen verzichtet. In Deutschland und der Türkei lässt Hugo Boss mit Unterstützung digitaler Prototypen nähen.Osteuropäische Produzenten und Hersteller aus Portugal starten ebenfalls mit 3D-Software. Vor drei Jahren berichteten wir erstmals über digitale Anprobe und Kleidung aus dem 3D-Drucker.

Mitarbeiter betrachten Modell eines Hemdes
Man befinde sich in einem massiven Umbruch, wo auf Geschwindigkeit gesetzt werden müsse (Bild © Virtual Light Booth of X-Rite, DMI).

Die Entwicklung eines neuen Kleidungsstücks beansprucht mit der 3D-Software nur ein paar Tage bis maximal eine Woche. Bei realen Kleidungsstücken dauert es zwei bis vier Wochen. Laut Wiech erfordert die Kleidungsentwicklung mit einem 3D-Programm eine engere Zusammenarbeit zwischen Kreativen und Schnittmachern. Zwischen Patterndesignern und Produktionsbetrieben und der technischen Entwicklung sei ebenso eine enge Zusammenarbeit erforderlich. Insgesamt werde sich auf lange Sicht noch ein neues Jobprofil ergeben.

Bild von Hugo Boss Mitarbeiter an Konferenz
Nach mehr als tausend 3D-Simulationen wird bei 40 Prozent der Kollektion auf den ersten bzw. komplett auf Prototypen verzichtet (Bild © Virtual Light Booth of X-Rite, DMI).

Aktuell kann die Software noch keine Waschungen zur Zufriedenheit der Patterndesignerin Widmann simulieren. Die Avatare könnten außerdem noch menschlicher aussehen. Für einen US-Kunden erstellte Hugo Boss im Bereich Damenoberbekleidung Teile vollständig digital. Bei seiner Marke Hugo Boss arbeitet das Modeunternehmen ausschließlich mit einem digitalen Prototypen. Nach einer Schätzung von Andreas Seidl, der Geschäftsführer der Human Solutions Gruppe / Assyst, arbeiten rund 20 Prozent der Kunden bei der Produktentwicklung mit 3D-Technologie. Hugo Boss setzt die Software der Firma ein. Hier haben wir zehn der eindrucksvollsten Kleidungsstücke aus dem 3D-Drucker für Sie zusammengefasst.

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