
Der 3D-Druck erlaubt die Vorausplanung von Kniegelenkoperationen unter zu Hilfenahme von 3D-Modellen betroffenen Kniegelenks basierend auf 2D-Röntgenbildern. Aktuell sind vor einer Kniegelenk-Operation noch CT-Scans oder MRT-Scans des Knies erforderlich. Diese bildgebenden Verfahren werden allerdings nur bei den wenigsten Patienten eingesetzt. Einer der Hauptgründe dafür sind die damit verbundenen hohen Kosten.
Nun hat Materialise die nächste Generation der Knie-TEP-Operationsplanung und Funktionswerkzeuge im Einsatz. Die 2D-Röntgenbilder werden bei Verwendung dieser im eigenen Hause entwickelten Technologie in brauchbare 3D-Daten für den 3D-Drucker umgewandelt. 2D-Röntgenbilder stehen im Normalfall jedem Knie-Patienten zur Verfügung. Und damit auch der Zugang zu einer neuartigen, verbesserten Operationsvorbereitung die es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben hat.
Wie Dr. Roger Jaeken Staaten berichtet, verkürzen sich mit Einsatz der 3D-Drucktechnik die Durchlauf- und Wartezeiten für die Patienten, weil vor allem die zeitintensiven Scans bei vielen Patienten durch die Computertomographie (CT) oder MRT entfallen würden. Laut Materialise-CEO Fried Vancraen sei der erfolgreiche Einsatz der Technologie in diesem medizinischen Umfeld bei einem ersten Patienten ein Meilenstein für sein Unternehmen. In Europa soll die Lösung erst einmal nur begrenzt freigegeben werden und erfolgt erst nach der Freigabe in den USA die von der zuständigen Regulierungsbehörde zunächst geprüft wird.

Im Bereich der Medizin werden 3D-Drucker immer öfter eingesetzt. Zum Beispiel fertigte zuletzt die Kasseler Vitos-Klinik erfolgreich individuelle 3D-Kniegelenke mit dem 3D-Drucker. Das Unternehmen 3Dynamics hatte erst letzte Woche die kommerzielle Verfügbarkeit seiner zwei 3D-Biodrucker bekanntgegeben und in China konnte einem Mann das halbe Gesicht nach einem schweren Unfall rekonstruiert werden – dank medizinischem 3D-Druck.





