Forscher aus Deutschland arbeiten an einem innovativen Ansatz zur Knieknorpelreparatur mit Hilfe von 3D-Drucktechnologien. Angeführt von Ruben R. Rosencrantz vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam und der Zellbiologin Ursula Anderer von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, zielt das Projekt darauf ab, passgenaue Knorpelimplantate für Kniegelenke zu entwickeln. Diese könnten künftig eine effizientere und schnellere Alternative zu bisherigen Knorpelersatzmethoden bieten.
Entwicklung von Knorpelimplantaten mit 3D-Drucktechnologie

Wie das Fraunhofer IAP in einer Pressemeldung berichtet, nutzen die Forscher speziell für organische Materialien entwickelte 3D-Drucker, um Implantate herzustellen, die perfekt in beschädigte Knieknorpel eingefügt werden können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen Knorpelzellen auf einem vorgefertigten Gerüst angesiedelt werden, werden die Knorpelzellen bei diesem Ansatz direkt in der gewünschten Form ausgedruckt. Diese Zellen werden in eine organische Substanz eingebettet, die eine optimale Umgebung für ihr Wachstum und gleichzeitig eine starke Haftung am beschädigten Knorpel bietet.
Knorpelgewebe besitzt keine Blutgefäße, wodurch es sich nur schwer selbst regenerieren kann. Verletzungen, die durch starke Belastungen im Alltag oder im Sport entstehen, führen oft zu Schäden am Knorpel, die nicht von selbst heilen. Häufen sich diese Verletzungen, kann es zu einer Zerstörung des Knorpels und schließlich zu Arthrose kommen – eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die oft nur noch durch den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks gelindert werden kann. Mit dem neuen 3D-Druck-Ansatz hoffen die Forscher, diese Entwicklung zu verhindern.
Präzision durch moderne Bildgebungsverfahren
Durch die Kombination von bildgebenden Verfahren wie MRT und dem 3D-Drucker können die Forscher die Implantate so präzise gestalten, dass sie exakt in die beschädigten Bereiche des Knorpels passen. Ein spezieller organischer Kleber, der die Knorpelzellen einhüllt, bildet dabei eine druckbare Masse, die die Basis für die Implantate bildet. „Knorpelzellen brauchen eine sehr spezifische Umgebung, damit sie sich wohlfühlen“, erklärt Rosencrantz. Die Forscher arbeiten noch daran, die ideale organische Masse zu entwickeln, wobei Zucker eine wichtige Rolle spielt, da er in natürlichen Knorpelgeweben vorkommt.
Das Projekt wird über einen Zeitraum von vier Jahren mit zwei Millionen Euro vom Bund gefördert und befindet sich noch in den frühen Phasen. Rosencrantz ist jedoch optimistisch, dass die Methode innerhalb der nächsten drei Jahre zur Marktreife gebracht werden kann.






