Ein deutsches Forscherteam der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Fachhochschule Lübeck haben in dem Projekt „3DPro“ eine Methode zur Herstellung von Low-Budget-Prothesen für Menschen in Krisenregionen und Dritte Welt Länder entwickelt. Die Prothesen werden mit einem 3D-Drucker gefertigt.

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Im Rahmen eines Projektes mit dem Namen „3DPro“ haben Forscher der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Fachhochschule Lübeck Prothesen entwickelt, die zu einem vergleichsweise sehr geringem Preis gefertigt und angeboten werden können.

Das Projekt begann mit Dr. Christian Zagel von der FAU der ein 3D-Bodyscanning-System konzipiert hat, welches für eine Vielzahl von Zwecken verwendet werden kann die für die Erstellung einer Prothese erforderlich sind. Im Rahmen der Entwicklung des Verfahrens arbeitet Dr. Zagel mit einer Reihe Kollegen zusammen, wie Dr. Günther Greiner und Prof. Dr. Marc Stamminger, die an einer 3D-Scan-Vorrichtung zum Einscannen einer verletzten Extremität tüfteln.

Einfache Bedienbarkeit im Fokus

3DPro Prothesen
3DPro: Projekt zur Fertigung von preiswerten und passgenauen Prothesen mit dem 3D-Drucker (Bild © land-der-ideen.de/Isabella Eigner).

Das System kann ohne umfassende technische Kenntnisse bedient werden. Die 3D-Schnittstelle wurde von  Prof. Dr. Monique Janneck und Adelka Niels von der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik an der Fachhochschule Lübeck so benutzerfreundlich wie möglich gestaltet. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Ärzte vor Ort mit dem System arbeiten können, ohne auf Spezialkameras, teure 3D-Drucker und 3D-Scanner, ausgebildete Ingenieure oder Orthopäden angewiesen zu sein.

Die Herstellung der Prothesen erfolgt mit einem Filament aus wiederverwendbaren Kunststoff. Zum Beispiel könnte der Kunststoff aus Plastikbechern gewonnen werden. Anregungen und Ideen zur Verwendung von Filament aus recycelten Produkten finden sich zahlreich in unserem Themenbereich „3D-Druck und Umweltschutz„. Die mit einem 3D-Drucker gefertigte Kunststoffprothese wird mit einem weichen Silikonmaterial ausgekleidet um den Patienten ein komfortables schmerzfreies Tragen zu ermöglichen.

Die ersten Prototypen konnte das Forscherteam bereits fertigstellen. Zur Zeit testen sie, welche Materialien in Bezug auf Haltbarkeit und Festigkeit am besten für die 3D-Prothesen geeignet sind. Die 3D-Scanning-Software befindet sich noch in der Entwicklung und nach Angaben der Forscher sollen die ersten Prothesen bereits 2017 gedruckt werden können. In unserem 3D-Drucker-Newsletter halten wir unsere Leser wie gewohnt bei allen Neuigkeiten auf dem Laufenden.

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