In Würde altern:

Forscher wollen Lebensmitteldrucker für Senioren entwickeln

 9. September 2015  Andreas Krämer  

Ein Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) möchte in einem kooperativen Forschungsverbundprojekt der TU München, der Hochschule Weihenstephan/Triesdorf sowie weiterern Partnern einen 3D-Lebensmitteldrucker entwickeln, mit dem Essen in optisch ansehnlicher Form hergestellt werden kann.

Logo Institut für Biomedizin des AlternsZwar würden Erbsen und Möhren weiterhin püriert aber durch den 3D-Drucker in eine ansprechende Form gebracht, wie etwa eine Möhre. Auf Grund ihrer Konsistenz könnte die Möhre dann von den Bewohnern in Seniorenheimen leichter geschluckt werden. Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung gesunder und vollwertiger Lebensmittel, die auch tatsächlich schmackhaft sein soll und den Alten- und Pflegebedürftigen Menschen mehr Abwechslung in den täglichen Ernährungsplan bringen soll. Wenn auch nur optisch.

Wie Prof. Dr. rer. nat. Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns (IBA) der FAU berichtet, sind die Lebensmittel speziell auf die Bedürfnisse der Senioren/innen zugeschnitten und sollten aus diesem Grund besonders gehaltvoll gestaltet sein. Sie hat die einzige Professur für „Ernährung im Alter“ in Deutschland und befasst sich auch mit der Verpflegungsqualität in Pflegeheimen.

Ernährung im Alter (Dorothee Volkert)

Bereits im Jahr 1997 erschien das Buch „Ernährung im Alter“ von Dorothee Volkert. Das Lehrbuch gibt eine Gesamtdarstellung der Ernährung im Alternsprozeß. Theoretische und praktische Erfahrung bilden die Grundlage für eine eingehende Behandlung des Themas und der folgenden Problemkreise: Altersveränderungen mit Konsequenzen für die Ernährung, Energie- und Nährstoffbedarf im Alter, Ernährungsprobleme bei gesunden und kranken Senioren, Mangelernährung, Ernährung bei Krankheiten im Alter, Künstliche Ernährung im Alter, Ernährungsgewohnheiten alter Menschen, Ernährungsempfehlungen.

Die mit dem Lebensmitteldrucker gedruckten Speisen könnten ihren Worten nach zusätzlich mit Vitaminen, Eiweißen und Proteinen angereichert werden. Bei Senioren besteht mit der Mangelernährung ein weit verbreitetes Risiko, welches mit Schluckstörungen verbunden sein könnte und sowohl zu einer geringeren Leistungsfähigkeit als auch Kraftverlust führen könnte.

Diese Mangelernährung wird Volkert zufolge von Ärzten oft nicht erkannt und ein Gewichtsverlust sei für Senioren nicht mehr so einfach auszugleichen wie in jungen Jahren. Die Speisen aus dem Lebensmitteldrucker sollen Schluckstörungen unterbinden und eine gesunde Ernährung der Senioren sicherstellen. Was sagt Ihr dazu?

Ein ähnliches Projekt führt übrigens das Unternehmen Biozoon – Food Innovations GmbH aus Bremerhaven durch, über das wir bereits im April letzten Jahres berichteten. Bei einem Blick auf die Website heute aber fanden wir keine Hinweise auf Einsatz, Weiterentwicklung oder Erfolg der „Nahrungstinte“.

Gelatinehaltige Nahrung für Altenheim
Gelatinehaltige Nahrung eignet sich vor allem für Alte und pflegebedürftige Menschen. Die aufwendige Zubereitung könnte zukünftig ein 3D-Drucker übernehmen und somit Alten- und Pflegepersonal entlasten (Bild © biozoon.de).

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