Medizin:

Signalweg aus dem 3D-Drucker regt Nervenwachstum an

 21. September 2015  Andreas Krämer  

Ein Forscherteam der University of Minnesota entwickelte mit Unterstützung von 3D-Druck ein Signalweg-Gerüst gefertigt, welches bei Nervenverletzungen in den menschlichen Körper implantiert werden kann. Es soll neues Nervenwachstum anregen. Und funktioniert.

Logo University of MinnesotaNeben den US-Forschern aus Minnesota arbeiteten bereits andere Gruppen an Leitwegen, die das Nervenwachstum anregen sollen. In Zukunft könnten sich alle Projekte aus dem Bereich, die als erfolgreich getestete Behandlungsmethoden gelten, in der Medizin etablieren.

Wofür werden die Forschungen benötigt? Nach Verletzungen werden Nervenzellen praktisch nicht wiederhergestellt. Wenn sie dennoch wachsen sollten, so geschieht dies sehr langsam und in einem begrenzten Umfang. Zur Zeit sehen aktuelle Behandlungsmethoden ein Nerventransplantat und das Einsetzen kleiner Leitröhren vor, welche die Nervenenden miteinander verbinden.

Das Team von Prof. Michael McAlpine, Professor für Ingenieurwissenschaften an der University of Minnesota, setzte auf eine andere Methode als die konventionellen Methoden und zwar auf die medizinischen 3D-Drucker. Der 3D-Drucker zeichnete sich dabei für die Herstellung eines speziell an den verletzten Nerv angepassten Leitgerüsts verantwortlich, welches in den Körper implantiert werden kann. In Verbindung mit biomechanischen Faktoren sorgt die Konstruktion für Nervenwachstum.

Signalweg aus dem 3D-Drucker
Das 3D-gedruckte Gerüst hier im Einsatz bei einer Labor-Ratte (Bild © Laborrate).

Die Ergebnisse einer ersten Studie an Ratten waren vielversprechend. Bei Ratten mit Nervenschäden wurde das Gerüst eingesetzt und die Folgen dokumentiert. Nach 10 bis 12 Wochen verbesserte sich der Zustand der Ratten auf Grund des Nervenwachstums. Bei Erwähnung der Labortests an Ratten sei an dieser Stelle ein Beitrag aus dem letzten Jahr erlaubt, in dem wir auf die Möglichkeiten mit Hilfe von 3D-Druck Tierversuche abzuschaffen, hingewiesen haben.

Die Forscher aus Minnesota wollen weiter an ihrer Technologie arbeiten, verbunden mit der Hoffnung, sie in nicht allzu ferner Zukunft als Standardbehandlung für Nervenverletzungen anzuwenden.


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