
Der Patient, der das individuell für ihn angefertigte 3D-Implantat erhielt, wurde von den Ärzten nicht näher benannt. Bekannt ist nur, dass es sich um einen 60 Jahre alten Patienten handeln soll, der sich zwei Jahre zuvor im Toulouse University Hospital einer Lungentransplantation unterzog. Nach der OP klagte der Patient über Atemnot und Schwierigkeiten beim Atmen. Bei einer genaueren Untersuchung entdeckten die Ärzte, dass der Bronchus des Patienten verengt und dadurch kontrahiert war, was zur Entwicklung einer Stenose führen konnte. Deshalb wurde eine operative Intervention notwendig.

Die Ärzte ließen für den Patienten eine maßgeschneiderte Silikon-Tracheobronchialprothese herstellen, bei deren Fertigung der 3D-Drucker zum Einsatz kam. Grundlage für die Fertigung war ein Scan des Bronchus. Eine Form des Implantats wurde 3D-gedruckt und darüber die Silikonelastomerprothese gegossen. Die Implantation der maßgeschneiderten Tracheobronchialprothese erfolgte vor etwa drei Monaten. Nicht nur dieser Patient erholte sich nach der OP sehr rasch, sondern auch drei weitere, die mittlerweile ebenfalls eine solche Prothese eingesetzt bekamen. Zwei weitere Patienten warten derzeit auf diese Operation.

Derzeit befinden sich die Implantate noch in der experimentellen Phase. Sowohl die CHU-Ärzte als auch Anatomik Modeling gehen davon aus, dass das neue Verfahren bis 2018 kommerziell eingesetzt werden kann, berichtet Anatomik Modeling. Eine Herausforderung stellen dabei die Kosten dar. Benutzerdefinierte Implantate sind naturgemäß teurer als standardisierte Pendants. Trotz alledem werden bereits klinische Studien über den Einsatz von 3D-Tracheobronchialprothesen durchgeführt.
Über die neue Behandlungsmöglichkeit informierten die CHU-Ärzte vor Kurzem im Rahmen einer Veröffentlichung im American Journal auf Respiratory and Critical Care Medicine.






