Das Forscherteam der University of Washington (UW) hat mit „MobiPrint“ einen mobilen 3D-Drucker entwickelt, das in Innenräumen kartiert und direkt vor Ort Objekte drucken kann. Der innovative Prototyp basiert auf einem modifizierten Staubsaugerroboter und wurde jüngst auf dem ACM Symposium für Benutzersoftware und Technologie in Pittsburgh vorgestellt. Gefördert wurde die Forschung von der National Science Foundation.

Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse unter dem Titel „MobiPrint: A Mobile 3D Printer for Environment-Scale
Design and Fabrication“ (PDF, 300 Kb; öffnet in neuem Fenster).

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MobiPrint und seine Funktionen

MobiPrint ist in der Lage, selbstständig durch Innenräume zu navigieren und diese mithilfe von LiDAR-Technologie zu kartieren. Das System erstellt ein interaktives Raummodell, das die Anwender über eine Benutzeroberfläche zur Objektauswahl und Positionierung nutzen können. Neben der Möglichkeit, eigene Entwürfe hochzuladen, stehen vordefinierte Objekte in einer Bibliothek zur Auswahl. Sobald der Benutzer das gewünschte Objekt auf dem digitalen Raumplan platziert, fährt der Roboter zum ausgewählten Standort und druckt es direkt auf den Boden. Verwendet wird dabei ein handelsübliches bioplastisches 3D-Druckmaterial.

Mobiler 3D-Drucker MobiPrint der University of Washington kartiert Räume und druckt Objekte direkt auf dem Boden für individuelle Anwendungen
Der mobile 3D-Drucker „MobiPrint“ der University of Washington druckt direkt auf dem Boden und passt sich dabei den Gegebenheiten des Raums an (Bild © University of Washington).

Potenziale und Anwendungsbereiche

Eine praktische Anwendung für den mobilen 3D-Drucker MobiPrint könnte im Bereich der Barrierefreiheit liegen. Zum Beispiel könnte der Drucker taktile Bodenmarkierungen direkt auf dem Boden erstellen, die blinden und sehbehinderten Menschen helfen, sich in einem Gebäude besser zu orientieren. Diese Markierungen könnten bestimmte Wege oder Gefahrenstellen kennzeichnen und wären eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, Gebäude barrierefreier zu gestalten.

Ein weiteres praktisches Einsatzgebiet wäre die Herstellung von kleinen Rampen oder Übergängen, um Unebenheiten auf dem Boden auszugleichen. Das könnte hilfreich sein, um z.B. Rollstuhlfahrer oder Personen mit Gehhilfen sicherer durch Gebäude zu leiten, ohne feste Baumaßnahmen durchführen zu müssen.

„Wie können wir die gebaute Umgebung verändern und an spezifische Bedürfnisse der Menschen anpassen – sei es für Barrierefreiheit oder individuellen Geschmack?“, kommentierte Daniel Campos Zamora, Doktorand an der Paul G. Allen School für Informatik und Ingenieurwesen an der UW, gegenüber UW News.

Liang He, Assistenzprofessor an der Purdue University, ist Co-Autor der Forschung und trug während seiner Zeit an der UW maßgeblich zum Projekt bei. Die Technologie des MobiPrint könnte den Zugang zum 3D-Druck und die Möglichkeiten der räumlichen Individualisierung verbessern. Das Team der UW hofft, dass durch solche Ansätze Hürden bei der Nutzung von 3D-Druck für den persönlichen und öffentlichen Raum gesenkt werden.

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