Das Universitätsspital Basel (Schweiz) hat in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen 3D Systems ein medizinisches Novum erzielt: Erstmals wurde ein patientenspezifisches Gesichtsimplantat aus PEEK (Polyetheretherketon) direkt vor Ort im Krankenhaus mittels 3D-Druck gefertigt. Das berichtet 3D Systems in einer Pressemeldung an das 3D-grenzenlos Magazin. Zum Einsatz kam der 3D-Drucker EXT 220 MED, ein speziell für medizinische Anwendungen entwickeltes Gerät von 3D Systems.
Implantatfertigung direkt im Krankenhaus

Am 18. März 2025 wurde das erste MDR-konforme Implantat aus dem biokompatiblen Material VESTAKEEP® i4 3DF PEEK von Evonik erfolgreich in einer rekonstruktiven Gesichtsoperation eingesetzt. Die Besonderheit: Die komplette Herstellung erfolgte direkt am Point-of-Care – also unmittelbar im Spital – unter Mitwirkung eines interdisziplinären Teams aus Chirurgen, Ingenieurinnen und Technikpartnern.
Laut Prof. Florian Thieringer vom Universitätsspital Basel bietet diese Integration des Fertigungsprozesses erhebliche Vorteile:
„Durch die direkte Einbindung hier im Krankenhaus sowohl in das Design als auch in die Herstellung patientenspezifischer Implantate können wir Behandlungen exakt auf individuelle Bedürfnisse abstimmen, schneller reagieren und die OP-Ergebnisse verbessern.“
Technologieeinsatz und klinische Integration
Der eingesetzte 3D-Drucker EXT 220 MED von 3D Systems ist für den Einsatz im Reinraum geeignet und verfügt über validierte Nachbearbeitungsprozesse. Diese Eigenschaften erlauben es, patientenspezifische Implantate direkt im klinischen Umfeld zu produzieren. Das Gerät wird seit seiner Markteinführung im August 2023 bereits in über 80 erfolgreichen Operationen verwendet.
Dr. Stefan Leonhardt, Director Medical Devices bei 3D Systems, betont:
„Der erfolgreiche Einsatz des EXT 220 MED für maxillofaziale Implantate zeigt unser klares Bekenntnis zu kontinuierlicher Innovation und zur Entwicklung personalisierter Gesundheitslösungen für neue Anwendungsbereiche.“
3D Systems verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der Herstellung individualisierter Medizinprodukte. In dieser Zeit wurden über zwei Millionen Implantate und chirurgische Instrumente additiv gefertigt – unter anderem an den Standorten in Littleton (USA) und Leuven (Belgien).
Marktentwicklung und Zukunftsperspektiven
Laut Schätzungen von Market Research Future belief sich das Marktvolumen für 3D-gedruckte Gesichtsimplantate im Jahr 2024 auf über 2 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2034 soll es sich auf über 4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln. Die additive Fertigung bietet hier nicht nur Kostenvorteile, sondern auch deutlich mehr Flexibilität bei der patientenindividuellen Versorgung.
Mit der Einführung additiver Fertigung direkt am Point-of-Care steht das Gesundheitswesen an der Schwelle zu einer neuen Ära, in der individualisierte Behandlungsansätze effizienter und zugänglicher werden.






