Das American Petroleum Institute (API) hat in einer Pressemitteilung auf seiner Website den API-Standard 20T, Additively Manufactured Polymer-Based Components for Use in the Petroleum and Natural Gas Industries vorgestellt. Bei diesem Industriestandard handelt es sich um einen standardisierte Vorgaben für die additive Fertigung polymerbasierter Komponenten, die in der Erdgas- und Ölindustrie verwendet werden. Ziel ist es, damit die Betriebseffizienz zu steigern, Probleme in der Lieferkette zu lösen und Emissionen deutlich zu reduzieren.

Drei Spezifikationsebenen zur Definierung der Anforderungen

weltweit größte verifizierte Rohrspule mit WAM
ExxonMobil beauftragte AML3D mit dem 3D-Druck eines Druckbehälters (im Bild: die weltweit größte verifizierte Rohrspule mit WAM)(Bild © AML3D).

Der API-Standard 20T spezifiziert Anforderungen für die Qualifizierung im Herstellungsprozess, in der Produktion, Kennzeichnung und Dokumentation von 3D-gedruckten polymerbasierten Komponenten, die in der Industrie verwendet werden. Er bietet außerdem Anleitungen zum Testen und Dokumentieren der Materialeigenschaften für den 3D-Druck polymerbasierter Komponenten. API führt damit drei Spezifikationsebenen für die additive Fertigung ein, die technische, Qualitäts- und Qualifikationsanforderungen definieren.

Der neue Standard ergänzt den API-Standard 20S, Additively Manufactured Metallic Components for Use in the Petroleum and Natural Gas Industries, der Ende 2021 veröffentlicht wurde. Der Standard 20S ist der Erste seiner Art für die Branche und ist ähnlich wie der Standard 20T aufgebaut.

Alexa Burr, Vice President of Standards and Segment Services bei API, sagte:

„Dieser neue Standard unterstreicht den Erfolg der Branche bei der Nutzung neuer Technologien und Innovationen zur Verbesserung des Betriebs und zur Unterstützung der Bemühungen um Nachhaltigkeit. Die additive Fertigung kann erhebliche Effizienzsteigerungen bringen, die der Industrie helfen werden, die weltweite Nachfrage nach Erdgas und Öl zu decken.“

3D-Druck in der Erdgas- und Ölindustrie

Die Erdgas- und Ölindustrie könnte mithilfe des 3D-Drucks produktiver und effizienter werden, Vorlaufzeiten und Lieferketten verkürzen sowie Transport und Logistik rationalisieren, da dieser in der Nähe des Verwendungsorts stattfindet. Die 3D-gedruckte Ventil-Upgrade-Lösung Retrofit3D, über die wir vor wenigen Monaten berichtet haben, hilft Energieerzeugungsunternehmen Kosten einzusparen.

Der 3D-Druck gewinnt in der Öl- und Gasindustrie an Bedeutung. Vor einem Jahr hat das norwegische DNV GL ein Spezifikationsdokument für 3D-Druckdienste entworfen, das die additive Fertigung in Öl- und Gasindustrie unterstützen soll. Im September 2021 gaben 3D Metalforge und Par Pacific ihre Kooperation beim 3D-Druck in der Öl- und Gasindustrie bekannt. Um eine knappe Lieferfrist einhalten zu können, hat das Öl- und Gas-Multiunternehmen ExxonMobil das australische Metall-3D-Druck-Unternehmen AML3D mit dem Bau eines massiven Acht-Tonnen-Druckbehälters beauftragt.

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