Das Luft- und Raumfahrt-Unternehmen Boeing möchte den 3D-Druck dazu nutzen, kostengünstigere modulare Satelliten in kürzeren Zeitspannen zu produzieren und dabei auch weniger Arbeitskräfte einzusetzen.

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Bislang werden für den Bau eines durchschnittlichen Boeing-Satelliten ungefähr 150 Millionen US-Dollar veranschlagt. Die Gründe für diese hohen Beträge liegen unter anderem in den Arbeitskosten. Einer Meldung des Wall Street Journals zufolge sucht Boeing jetzt nach Möglichkeiten, mit der Additiven Fertigungstechnologie kostengünstigere modulare Satelliten herzustellen, die auch wesentlich schneller verfügbar wären.

Aktuell produziert Boeing weniger als 10 Satelliten pro Jahr, da viele Teile manuell montiert werden müssen. Die Konkurrenz, zu der beispielsweise Airbus gehört, arbeitet bereits daran, Hunderte kleinerer Satelliten zu einem Stückpreis von etwa 500.000 US-Dollar herzustellen. Dafür lässt Airbus in Florida ein Werk errichten, in dem ein automatisiertes Fließband zum Einsatz kommt. Boeing möchte einen anderen Weg zur Effizienzsteigerung einschlagen.

Boeing Satelliten-Modelle.
Verschiedene Boeing Satelliten-Modelle. (Bild: © Boeing)

Paul Rusnock, Boeings Vizepräsident für den Geschäftsbereich Satelliten Systeme, könnte der 3D-Druck für Boeing das „Goldene Ticket“ zu einer Ära der schnelleren und kostengünstigeren Satellitenproduktion darstellen. Das Unternehmen hat bereits damit begonnen, in seinem Werk in Los Angeles die additiven Technologien zu implementieren. Dabei schaut es auch nach Möglichkeiten, diese Technologie sowohl für kommerzielle Projekte als auch für Satellitenmodelle einzusetzen.

Boeing geht zwar nicht davon aus, sich der Produktionsgeschwindigkeit von Airbus anzupassen, da es viel größere Satelliten herstellen muss. Das Unternehmen möchte aber erreichen, dass durch den Einsatz des 3D-Drucks die Herstellung der Satelliten in etwa gleich schnell wie die Produktion eines Flugzeugs vonstatten geht. Für die Herstellung einer kompletten Boeing 737 werden 11 Tage benötigt.

Innenansicht eines Satelliten.
Innenansicht des Boeing 702 MP Satelliten. (Bild: © Boeing)

Natürlich wird das Unternehmen auch einige Opfer, beispielsweise in zeitlicher Hinsicht, bringen müssen. So sind eventuell modular zusammengesetzte Satelliten nur sieben bis acht Jahre lang nutzbar, während die manuell montierten Exemplare durchaus einer Nutzungsdauer von 15 Jahren entsprechen dürften. Zugleich könnte die kürzere Zeitspanne aber auch von Vorteil sein, da Boeing dann neue Satelliten mit aktueller Technik ins Orbit schicken kann.

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