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Sonnenbrille aus dem 3D-Drucker kann Gesichtserkennung austricksen

Nicht jeder möchte in der Öffentlichkeit sofort erkannt werden. Dabei muss es sich keineswegs um Promis handeln, die ungestört in der Stadt flanieren wollen. Um die automatische Gesichtserkennung auszutricksen wurde jetzt auch mit Hilfe von 3D-Druck eine simple und besonders kostengünstige Lösung entwickelt.

Logo der Carnegie Mellon University.Forscher der Carnegie Mellon University haben sich des Problems angenommen und ein buntes Sonnenbrillengestell entwickelt, welches die Software für die Bilderkennung austrickst. Diese Software analysiert in der Regel die Farbflächen von einzelnen Gesichtsbereichen und nimmt dann einen Abgleich mit anderen, bereits vorhandenen Aufnahmen vor. Werden diese Informationen durch den Einsatz der bunten Sonnenbrille überlagert, kann der Maschine-Learning-Algorithmus das Gesicht keiner Person mehr zuordnen.

Die Forscher schreiben in ihrer Studie, dass die Brillenränder dafür sorgen, dass die Testpersonen einer Zuordnung entgehen oder sich sogar als jemand anderen ausgeben können. Die Gesichtserkennungssoftware sei leicht angreifbar, da diese bereits auf kleinste Veränderungen reagiere. Sie betrachte das Gesicht nicht als Ganzes. In einem Test wurden beispielsweise die Schauspielerin Reese Witherspoon als Russel Crowe ausgegeben. Auch das Gesicht Kiefer Sutherlands war nach der Bildmontage der Sonnenbrille ihm nicht mehr zuordenbar.

Sonnenbrille.
Sonnenbrille aus dem 3D-Drucker. (Bild: © Carnegie Mellon University)

Die Materialkosten der Brille liegen gerade einmal bei 22 Cent.

Personen ohne und mit Sonnenbrille.
Vergleichsaufnahmen von Personen ohne und mit Sonnenbrille. (Bild: © Carnegie Mellon University

Nicht nur digitale Bilder entgehen mit dieser Anwendung der Gesichtserkennung, auch im praktischen Einsatz funktioniert das Verfahren. Dazu verwendeten die Forscher einen 3D-Drucker, mit dem sie eine selbst konstruierte Sonnenbrille ausdruckten. Die Materialkosten dieser Brille liegen bei gerade einmal 22 Cent.

In 92 Prozent aller Fälle waren die Täuschungsmanöver von Erfolg gekrönt. Griffen die Testpersonen noch zu Perücke, Kontaktlinsen, Schminke und vielleicht sogar zu einer Mütze, so wurden sie zu 100 Prozent von der Gesichtserkennungssoftware nicht mehr erkannt.

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