Fertigungszeit um 95% reduziert: Siemens Mobility setzt auf 3D-Drucker in erstem digitalen Zentrum für Instandhaltung von Eisenbahnen

Das Siemens Mobility RRX Rail Service Center ist das erste digitale Zentrum zur Instandhaltung von Eisenbahnen. Um mehr Eisenbahnen schneller und kostengünstiger bei gleichbleibender Qualität zu warten, greift die Siemens Mobility AG auf 3D-Druck zurück. Dafür erwarb das Unternehmen den Stratasys Fortus 450mc 3D-Drucker. Die Vorteile des 3D-Drucks für Siemens am Fallbeispiel erklärt.

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Das Unternehmen Siemens Mobility GmbH verwendet die additive Fertigung des nordamerikanischen 3D-Drucker-Herstellers Stratasys im ersten digitalen Zentrum für die Instandhaltung von Eisenbahnen. Die Möglichkeit, On-Demand Ersatzteile und Fertigungswerkzeuge flink und zeitsparend per 3D-Druck herzustellen, behebt die Nachteile durch überholte Bauteile und Lagerkosten. Die Fertigungszeit für jedes Bauteil fällt um bis zu 95 Prozent geringer aus, heißt es in einer Mitteilung von Siemens an das 3D-grenzenlos Magazin. 1. Seit Juli 2017 bietet Siemens Mobility einen 3D-Druck-Service für die Serienproduktion an.

Das erste digitale Zentrum zur Instandhaltung von Eisenbahnen

Sein erstes digitales Zentrum zur Instandhaltung von Eisenbahnen, das Siemens Mobility RRX Rail Service Center, eröffnete Siemens Mobility in Dortmund-Eving. Hier wird eine Digitalisierung der Instandhaltung auf höchstem technischem Level geboten, indem die topmoderne FDM-3D-Druck-Technologie von Stratasys zum Einsatz kommt.

Zug, der gewartet wird
Im Siemens Mobility RRX Rail Service Center werden Züge mit 3D-gedruckten Bauteilen gewartet (Bild © Siemens Mobility).

Siemens Mobility konnte die Bevorratung bestimmter Ersatzteile senken. In Verbindung mit einer enormen Reduzierung der Fertigungszeiten kann das Unternehmen jetzt nahtlos auf alle interne Nachfragen und Kundenanforderungen reagieren.

Monatlich werden rund 100 Züge im RRX Rail Service Center gewartet, was die Lieferkette unter Druck setzt und zuverlässige Fertigungslösungen erfordert, die eine breite Palette von Kundenanforderungen auf schnelle und kostengünstige Weise erfüllen. Aus diesem Grund erfolgte die Investition in einen Stratasys Fortus 450mc 3D-Drucker, damit Ersatzteile und Werkzeuge entsprechend dem Bedarf gefertigt werden können.

FDM-Technologie reduziert Kosten und sorgt für schnelleren Optimierungsprozess

Mit der Kombination verschiedener innovativer, digitaler Technologien steigert Siemens Mobility die Effizienz der Eisenbahnbetriebe der Kunden. Die additive Fertigung per FDM von Stratasys spielt eine wichtige Rolle. Dies erlaubt der Firma, Ersatzteile mit längerer Lebensdauer zu reduzierten Kosten zu optimieren und das innerhalb kürzester Zeit.

Wie Michael Kuczmik, Head of Additive Manufacturing bei der Siemens Mobility GmbH, erläuterte, habe die Möglichkeit maßgefertigte Ersatzteile je nach Bedarf herzustellen, die Flexibilität erhöht, mit der Kundenanforderungen erfüllt werden können.

Stratasys Fortus 450 3D-Drucker
Modell eines Stratasys Fortus mc 450 3D-Druckers.(Foto: © Stratasys)

Der Stratasys Fortus 450mc FDM 3D-Drucker ermöglicht die Fertigung individuelle, maßgefertigte Produktionsbauteile schnell und kostengünstig. Vor dem Einsatz dieser Technologie war Siemens auf traditionelle Fertigungsverfahren wie Spritzguss angewiesen, um Kundenanforderungen zu erfüllen.

Ein kundenspezifisches Spritzguss-Bauteil herzustellen dauerte sechs Wochen, was zu langen Vorlaufzeiten führte. Dies ist vor allem bei Einzelteilen nicht wirtschaftlich rentabel. Zur Kostensenkung wurden größere Stückzahlen der Bauteile gefertigt, von denen viele nicht verwendet wurden.

3D-Druck auch für Werkzeugproduktion genutzt

Ersatzteile lassen sich mit dem 3D-Drucker in nur wenigen Stunden herstellen und Bauteile werden statt in sechs Wochen in 13 Stunden gefertigt. In einem Zeitraum von einer Woche wird der Entwurf geprüft, optimiert und ein finales, maßgefertigtes und hochwertiges Bauteil hergestellt. Die Fertigungszeit reduzierte sich um 95%, wodurch man nun spürbar schneller auf Kundenanfragen reagieren kann.

Neben Ersatzteilen werden auch Werkzeuge mit dem Stratasys 3D-Drucker gefertigt, wie zum Beispiel der Drehgestellverbinder, der bei der Wartung von Drehgestellen eingesetzt wird. Als Material wurde laut einer Pressemitteilung von Stratasys ULTEM 9085 gewählt. Dieser hat eine so hohe Widerstandsfähigkeit, dass die Vorteile des 3D-Drucks genutzt und traditionelle Fertigungsverfahren in der Werkzeugproduktion ersetzt werden können. Dies versetzt Siemens Mobility in die Lage, Wartungsarbeiten für Kleinserien kostengünstig und effizient zu übernehmen.

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