Rolls Royce hat angekündigt in Kürze das erste mit 3D-Druck gefertigte Triebwerk in einem Testflug testen zu wollen. Damit zeigt der Hersteller für Luxus-Automobile, Triebwerke und Komponenten für die Schifffahrt und Energietechnik aus Großbritannien, welche Möglichkeiten es bereits heute mit 3D-Druck in der industriellen Fertigung gibt.

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Der britische Konzern Rolls-Royce ist vor allem für seine Luxus Automobile bekannt, die seit 1973 produziert werden und bis heute erfolgreich international vertrieben werden. Zum Konzern gehört auch die Rolls-Royce plc, ein börsennotiertes Unternehmen, das vor allem für die Herstellung von Triebwerken und Komponenten der militärischen und zivilen Luftfahrt verantwortlich ist. Zu den weiteren Tätigkeitsbereichen des Unternehmens zählen die Schifffahrt und Energietechnik. Das Unternehmen forscht und entwickelt seit 2009 am Einsatz von 3D-Druck in der Industrie.

Wie das Unternehmen jetzt bekannt gab, stehen die Forscher und Entwickler von Rollys-Royce vor dem Durchbruch, erstmalig eine 3D-gedruckte Luftfahrtkomponente in einem Testflug auszuprobieren. Genauer gesagt handelt es sich dabei um kein geringeres Bauteil, als das Triebwerk der Maschine selbst. Neben eine robusten Titanstruktur verfügt das Trent XWB-97-Triebwerk über einen Durchmesser von 1,5 m mit einem 0,5 m dicken, vorderem Lagergehäuse und 48 Tragflächen.

Zum Einsatz kam die additive manufacturing technology von Acram. An dem Projekt, an dem seit 2009 gearbeitet wird, sind maßgeblich der Professor Iain Todd, Professor für Metallurgie und Werkstoffverarbeitung der Universität Sheffield der Fakulität für Ingenieurwissenschaft, sowie die Forscher von Rolls-Royce und dem Manufacturing Technology Center in Conventry beteiligt.

Wie Todd zum Erfolg der Projekts bekannt gab, ist es das erste Mal, dass eine derartige Komponente für ein Flugzeug mit Hilfe der 3D-Drucker und nicht dem Gießen oder Schmieden gefertigt wurde. Darüber hinaus gibt Todd zu verstehen, dass nicht die Technologie „3D-Druck“ als solches die Hürde ist, heute noch nicht alle konventionellen Fertigungsmethoden abgelöst zu haben sondern die bestehenden Strukturen innerhalb der Unternehmen zur Prüfung, Forschung und Qualitätssicherung. Bevor ein neues Herstellungsverfahren eingeführt wird, bedarf es einem Umdenken im Unternehmen. Und Mut und unternehmerischen Wille sowie Offenheit gegenüber neuer Technologien.

triebwerk_trent_xbw_97-3d_drucker

Rolls-Royce scheint ganz klar den Puls der Zeit erkannt zu haben. Neben dem Triebwerk Trent XBW-97 möchte Rolly Royce zukünftig in weiteren Bereichen konventionelle Fertigungsverfahren mit 3D-Druck ablösen. Das aktuelle Projekt ist der Beweis, dass mit 3D-Druck die Produktionskosten um bis zu 30% gesenkt werden können, wie wer im Blog auf tctmagazine.com zitiert wird.

Neben dem Projekt von Rolls-Royce macht die Universität Sheffield mit seinen Bemühungen die Forschungen im 3D-Druck – vor allem im Bereich der Luftfahrt – voranzutreiben weitere Schlagzeilen. So berichteten wir erst heute, dass Boeing ein Patent angemeldet hat welches die Optimierung (und vollständige Ersetzung?!) der eigenen Fertigungsprozess mit Hilfe von 3D-Druck beschreibt. Wichtiger Teil des Patents ist neben dem 3D-Druck ein Teilemanagementsystem in einer komplexen Datenbank.

Video-Präsentation zum Trent XWB-97-Triebwerk

Das Video zeigt neben dem Triebwerk auch den für den 3D-Druck eingesetzten 3D-Drucker (ab 00:16 Min).

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