Was waren die Gründe für Trumpf, nach mehr als 10 Jahren erneut in den Markt für 3D-Drucker einzusteigen? Welche 3D-Drucker plant der Lasersystemhersteller? Und welche Aussichten auf Geräte zur additiven Fertigung gibt Trumpf für die kommenden Jahre? Wir haben die Antworten auf diese und weitere Fragen.

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Vor 10 Jahren entschloss sich Trumpf dazu, die Herstellung von 3D-Druckern einzustellen. Im letzten Jahr nahm der Laserhersteller die Aktivitäten in diesem Bereich wieder auf und stellt nun auf der formnext einen neu entwickelten 3D-Drucker vor, der in Zusammenarbeit mit dem italienischen Lasersystemhersteller Sisma konzipiert wurde. Der SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz führte mit dem Verantwortlichen für Lasertechnik des Unternehmens Trumpf, Herrn Dr.-Ing. E. h. Peter Leibinger, ein interessantes Interview, dessen Inhalt wir im Folgenden kurz zusammenfassen möchten.

Gründe für den Wiedereinstieg

Im Bereich der Laser Metal Deposition (LMD) sei Trumpf auch nach 2006 weiterhin aktiv gewesen, nur das Verfahren der Laser Metal Fusion (LMF) wurde damals nicht weiter betrieben. Da die Nachfrage jetzt wieder deutlich angestiegen ist und beide Verfahren eine stärkere Nachfrage erfahren, ist man jetzt wieder aktiv geworden. Es sei aber nicht geplant, die LF-Reihe wieder aufzulegen.

Vorstellung neuer 3D-Drucker auf der formnext-Messe

Auf der Messe formnext sollen sowohl für den Bereich LMD als auch LMF verschiedene, vollkommen neu konzipierte Geräte vorgestellt werden. Für den Bereich LMF ist die Vorstellung zweier Maschinen angedacht. Zu dieser gehören eine bereits marktfreie Trumpf-Maschine, die auch vom Know-how des Joint-Ventures mit Sisma profitiert, sowie eine größere 3D-Druck-Maschine, die aber noch in der Entwicklung steckt. Die Wertschöpfung für die große 3D-Druck-Maschine wird sowohl in Deutschland als auch in Italien liegen. Am Trumpf-Standort Ditzingen wird an technologische Weiterentwicklungen gearbeitet, das Unternehmen ist für den Industriebetrieb prädestiniert, das italienische Unternehmen Sisma spezialisiert sich auf die Edelmetallthemen.

Keine Herstellung von Fräsmaschinen geplant

Bei dem Einstieg in die neue Technologie wird sich Trumpf ausschließlich auf die klassische Laser-Metal-Fusion sowie Leser-Metal-Deposition beschränken. Es ist nicht geplant, in den Bereich des Fräsens einzusteigen. Auch im Bereich Hybrid gibt es laut Dr. Leibinger noch keine konkreten Pläne. Hier soll erst einmal der Markt analysiert werden. Kommt das Hybridverfahren später doch zum Einsatz, hat man mit dem TruLaser Cell 3000 bereits ein Gerät, das mit einer Düse ausgerüstet werden könne und auch für eine Verkettung mit weiteren Verfahren nutzbar sei.

Da der Markt noch jung sei, ist noch gar nicht ganz klar, wohin er sich entwickelt. Alle relevanten Verfahren werden kontinuierlich analysiert. Deshalb ist es durchaus möglich, das heutige Denkansätze überdacht und vielleicht wieder verworfen werden. Gerade deshalb ist es Trumpf möglich, zum Innovationsgaranten zu werden, so Leibinger abschließend.

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