Mit dem fortschreitenden Einzug der 3D-Drucker in die heimischen Werkstätten und immer professionelleren 3D-Druck-Maschinen für die Industrie und mittelständische Unternehmen stellt sich die Frage, wie fälschungssicher sind Casino-Jetons heute eigentlich noch? Immerhin ist das Glücksspiel mit den kleinen Plastikchips ein Milliardengeschäft und die offensichtliche Einfachheit, mit 3D-Druck die farbigen Jetons fälschen zu können, weckt bei Kriminellen Begehrlichkeiten. Wir beleuchten einmal die aktuelle Situation und zeigen auf, worauf vor allem Glücksspielstätten achten sollten.

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Casino-Jetons sind viel Geld wert und in der Vergangenheit haben immer wieder Fälscher ihr Unwesen getrieben. 2005 wurde in Las Vegas eine Bande von Jetonfälschern hochgenommen, die mehr als 50.000 Dollar in verschiedenen Casinos erbeutet hatte. Und 2013 wurde in Atlantic City sogar ein Mann mit falschen Jetons im Wert von 2,7 Millionen Dollar erwischt. Aus diesem Grund sind heutzutage zahlreiche Sicherheitsmerkmale in den unscheinbaren Plastikchips verbaut, die das Fälschen deutlich schwieriger machen. Aber auch die Technik macht Fortschritte. Wie fälschungssicher sind Jetons in Zeiten der 3D-Drucker?

Sicherheitsmerkmale von Jetons

Wie einfach lassen sich Poker-Chips und Casino-Jetons mit einem 3D-Drucker fälschen (Symbolbild)?

Jedes Casino hat seine eigenen Jetons und daher unterscheiden sich auch die Sicherheitsmerkmale. Wer Jetons fälschen möchte, muss also immer wieder von vorne anfangen. Denn er kann es nicht riskieren, sich öfters im selben Casino blicken zu lassen. Das alleine ist schon eine erhebliche Hürde. Die Kombination mehrerer unterschiedlicher Farben sowie Inlays aus verschiedenen Materialien machen es leichter, Fälschungen zu identifizieren. Bei vielen Casinos kommen außerdem fälschungssichere Merkmale wie Hologramme oder UV-Markierungen auf den höherwertigen Jetons zum Einsatz. Die Wunderwaffe der Casinos im Kampf gegen Fälscher heißt heutzutage aber RFID. Ein Tag im Inneren des Jetons inklusive individueller Seriennummer unterscheidet gefälschte Jetons schnell von Originalen. Am Spieltisch mag es noch möglich sein, mit Fake-Jetons zu spielen. Aber spätestens beim Auszahlen an der Kasse fällt der Schwindel auf. Der Aufwand zur Fälschung solcher Jetons ist extrem groß und erfordert erhebliches technisches Know-how.

Fortschritte im 3D-Druck erhöhen das Risiko

Das war zumindest bisher so. Fortschritte im 3D-Druck haben die Schwelle, die Fälscher überwinden müssen, nämlich wieder gesenkt. Billige 3D-Drucker kosten nur noch wenige hundert Euro und selbst für hochwertige Geräte liegt der Preis nur noch im unteren vierstelligen Bereich. Multi-Material-Drucker, die für die Inlays benötigt werden, sind zwar noch deutlich teurer. Aber eine ambitionierte Fälscherbande könnte sich die Anschaffung durchaus leisten. Und auch die Einbettung von RFID-Tags mit einem 3D-Drucker ist kein unüberwindbares Hindernis mehr. Kürzlich stellten Forscher sogar den ersten druckbaren RFID-Tag ohne Chip vor. Es erfordert zwar immer noch Technikkenntnisse auf höchstem Niveau, um einen Casino-Jeton perfekt zu fälschen. Aber es ist zumindest theoretisch möglich. Und die Technik dafür wird in den nächsten Jahren noch billiger und noch besser werden. Casinos müssen auf diese Entwicklung achten und ihre Sicherheitsmerkmale anpassen.

Werden Jetons zukünftig ganz überflüssig sein?

Vielleicht gibt es aber auch gar keinen Anlass mehr, sich über die Fälschungssicherheit von Jetons zu sorgen. Sie könnten in der Zukunft nämlich schlicht und einfach überflüssig werden. Schon jetzt setzt jedes Online Casino ohne deutsche Lizenz mehr Geld um als die meisten staatlichen Spielbanken. Hohe Einsatzlimits, eine große Spielauswahl und die Verfügbarkeit von Live Casinos rund um die Uhr überzeugen immer mehr Spieler, ins Internet auszuweichen. Es kann gut sein, dass die traditionellen Casinos ihre Pforten schon bald ganz schließen müssen. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, könnten die Tage des Jetons bald gezählt sein. Denn auch in traditionellen Casinos halten digitale Technologien Einzug. In vielen Casinos ist es schon jetzt üblich, den Einsatz beim Roulette auf einem Computerterminal zu tätigen. Wenn das zukünftig auch bei anderen Tischspielen der Fall ist, gibt es Jetons bald nur noch im Museum zu sehen.

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