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"Urban3D": Startup will mit 3D-Druck das weltweite Slum-Problem lösen

Aktuellen Statistiken zufolge leben mehr als ein Drittel aller Menschen weltweit in Slums. Das brasilianische Startup „Urban3D“ will die 3D-Druck-Technologie nutzen, um das Slum-Problem zunächst in Brasilien und später weltweit zu lösen. Hinter dem Projekt steht eine interessante Frau. Wir zeigen, wie eine junge Brasilianerin das Projekt aufbaut und warum man sie ernst nehmen sollte.

Logo Urban3dDie brasilianische Neugründung Urban3D hat sich das Ziel gesetzt, das wachsende Slum-Problem in Brasilien mit Einsatz der 3D-Drucker zu lösen. Gegründet wurde das Unternehmen von Anielle Guedes, die davon träumt, irgendwann einmal mit Hilfe von effizienten 3D-Druck-Konstruktionen das steigende Problem der Slums sogar weltweit in den Griff zu bekommen.

Nach aktuellen Zahlen leben auf der ganzen Welt drei Milliarden Menschen in Slums und entspricht mehr als einem Drittel der Weltbevölkerung. In den nächsten 15 Jahren bis 2031 wird mit einem Anstieg auf fünf Milliarden Menschen gerechnet, die in Elendsvierteln leben werden. Die wirtschaftliche Realität und Bevölkerungsexplosion überfordern die Fähigkeiten der Gesellschaft eine medizinische Versorgung, Unterkunft und Beschäftigung für alle Menschen sicherzustellen. Diese Probleme und Fragen seien Guedes zufolge untrennbar mit Wohnraum verbunden, der einen zentralen Kern unserer menschlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Lebens bildet.

Foto Anielle Guedes

Anielle Guedes (Bild © innovatorsunder35.com).

Ein ehrgeiziger Plan

Im Rahmen eines zehnwöchigen Kurses an der Singularity University bei NASA Ames in Kalifornien entwickelte Anielle Guedes einen ehrgeizigen Plan. Der Plan sieht den Einsatz modernster Technologien wie den 3D-Druck vor, mit dem die größten Probleme der Menschheit gelöst werden sollen. Übermut? Anielle Guedes ist keine Frau die man nicht ernst nehmen sollte. Sie ist 23 Jahre alt, drehte einen Dokumentarfilm zum Thema „Alternative Ausbildung“, studierte Physik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Sao Paulo. Die ehrgeizige Brasilianerin konnte erfolgreich drei Aufbauprojekte abschließen und ist ein regelmäßiger Referent auf internationalen Konferenzen einschließlich der Vereinten Nationen. Vor kurzem gewann Sie MITs „Innovator under 35 Years“ (Erfinder unter 35 Jahre) in der Kategorie „Brasilien“. Selbst in den MIT Technology Review findet sie mit einem eigenen Artikel Erwähnung.

Nachhaltige Stadtentwicklung als zentraler Punkt

Anielle Guedes plant die Obdachlosigkeit in den kommenden 15 Jahren durch einen Hightech-Ansatz zur nachhaltigen Stadtentwicklung und langfristiger Stadtplanung zu beseitigen. Nach ihren Worten werde man in den nächsten 35 Jahren mehr Infrastruktur aufbauen als in den letzten 3500 Jahren. Der 3D-Druck habe das Potential ein „Gamechanger“ zu werden, der dazu in der Lage sein wird Bauwerke wie Häuser kostengünstiger als im traditionellen Bauverfahren aufzubauen, befindet Guedes.

Das Ziel sei die Entwicklung eines neuen Verfahrens für den Bau von Gebäuden mit 3D-Druck unter Verwendung neuer Materialien. Beton soll dabei der Hauptbaustoff werde. Der Spezialbeton wird keine kostenintensive Metallverstärkung wie klassischer Baubeton besitzen.

Ziel ist ein Verfahren mit stark reduzierten Baukosten

Die Baukosten könnten mit dem 3D-Druck um bis zu 80 Prozent reduziert werden und der neue Beton würde aus wiederverwendbaren Verbundstoffen bestehen, der heute bereits 30 Prozent günstiger als klassischer Beton sei. Sehr wahrscheinlich wird der 3D-Drucker mit einem Roboterarm ausgestattet sein und so nah wie möglich an der Baustelle aufgebaut. Das erste Land bei dem das neue Verfahren eingesetzt werden solll, wird Guedes Heimatland Brasilien sein.

In Italien wurde erst diese Woche ein Vertrag zwischen einem auf 3D-Hausdruck spezialisiertes Unternehmen und dem Bürgermeister einer italienischen Gemeinde unterschrieben, der das Drucken von einem kompletten Dorf in Auftrag gibt.

Auch deutsche Firmen beteiligt

Anielle Gudes hat ihr internationales Netzwerk in feste Partnerschaften verwandelt. Vertrauliche Vereinbarungen mit namentlich nicht genannten Unternehmen, darunter drei deutsche Firmen (Spezialisten in der chemischen Industrie, in der Robotik und schwere Maschinen), sowie verschiedenen Firmen plus Instituten aus den USA und Brasilien wurden geschlossen. Der deutsche Chemiespezialist arbeitet an der Entwicklung des Spezialbetons, während andere Firmen sich mit der Hardware und Software der 3D-Drucker und weiteren Technologien beschäftigen.

Erstes Bauprojekt ist ein fünfstöckiges Gebäude

Das erste Bauprojekt wird Guedes zufolge ein fünfstöckiges Gebäude sein, welches ihr Unternehmen Urban3D innerhalb weniger Wochen aufbauen wird, berichtet das Startup. Die Baukosten sollen bis zu 80 Prozent unter denen vergleichbarer Gebäude liegen. Das Projekt wird ein paar tausend US-Dollar kosten und erstmals wird Guedes ihre Roboter-Technik verwenden. Die Idee ist die Verwendung vorformatierter Module mit denen Fußböden, Balken und Mauern entstehen können. Für den Bau des fünfstöckigen Gebäudes wird ein Prototyp des Roboters eingesetzt.

Gegen ihre visionäre Idee gibt es jedoch erheblichen Widerstand, weil viele Unternehmen lieber auf die traditionelle leistungsfähigere Bautechnik setzen und ihr Verfahren aus zu spekulativ einstufen. Die Gewinnung finanzieller Mittel wird durch diese Blockadehaltung erschwert. Urban3D habe Guedes zufolge dennoch das Potential die Welt zu verändern und der Prototyp des Roboters befinde sich derzeit in der Endphase seiner Fertigstellung. Sie hofft alsbald Kunden zu gewinnen und dass zehntausende Menschen mit der 3D-Drucktechnologie in den kommenden Jahren erreicht werden können.

Video-Trailer zu Urban3D

Anielle Guedes referiert zum Projekt „Urban 3D“ (portugiesisch)

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