Schluss mit Tierversuchen:

Chinesische Firma nutzt Bioprinting zur Entwicklung künstlicher Haut für Tests von Kosmetika

Die chinesische JALA Cosmetics Group hat sich auf die Herstellung von Kosmetik spezialisiert und mit dem 3D-Bioprinting eine „asiatische Haut“ entwickelt, die für Tests von Kosmetikprodukten verwendbar ist. Mit Verbreitung des patentierten Bioprinting-Verfahrens wären Tests an Menschen und Tieren überflüssig.

Es ist seit längerem bekannt, dass die westliche Kosmetikindustrie meist nur Kosmetikprodukte für die einheimische Bevölkerung produziert. Personen mit nicht-weißer Haut kommen hier meist zu kurz. Gerade in den Vereinigten Staaten, wo etwa 1/3 der Bevölkerung nicht weißer Hautfarbe ist, wirkt sich dies besonders stark aus. Zugleich haben aber die verschiedenen Hauttypen auch unterschiedliche Eigenschaften, so dass sie auf Kosmetikprodukte verschieden reagieren. Der chinesische Kosmetikhersteller JALA Cosmetics Group hat sich diesem Problem angenommen und eine radikal neue Lösung für asiatische Verbraucher entwickelt.

JALA Werbemotiv.
JALA Werbemotiv. (Bild: © jala.com.cn)

„JALA“ perfektionierte Ende des Jahres 2016 eine spezielle 3D-Bioprinting-Technologie, welche in der Lage ist, aus synthetischer „asiatischer Haut“ Flecken (Patches) aus menschlichen Stammzellen herzustellen, berichtet der US-Blog „3ders.org“. Diese Flecken sind dann für die Kosmetiktests nutzbar. Insgesamt führte das Unternehmen im Laufe von 5 Jahren 98 Experimente durch.

In Zusammenarbeit mit dem französischen Unternehmen LabSkin Creations wurde ein einzigartiges 3D-Bioprinting-Verfahren entwickelt, welches es ermöglicht, die 3D-bedruckte Haut außerhalb des menschlichen Körpers herzustellen. Diese Haut ist wie die eines asiatischen Verbrauchers aufgebaut und eignet sich, um die Sicherheit, die Wirksamkeit und natürlich das Aussehen der neuen Produkte ohne Versuche an Mensch oder Tier zu testen.

3 Wochen bis zur fertigen Haut

Hautstrukturen
Chematischer Aufbau der 3d-gedruckten Hautstrukturen. (Bild: © server.ctocio.com.cn)

Nach Unternehmensangaben dauert es etwa drei Wochen, bis ein Stück Haut mit einer funktionierenden Dermis, Epidermis und dermal-epidermaler Kreuzung hergestellt ist. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, war es für JALA jedoch ein langwieriger Prozess. So mussten die Forscher erst die menschliche Haut analysieren, bevor sie von dieser ein digitales 3D-Modell erstellen konnten. Spezielle Algorithmen kamen zum Einsatz, um die Bio-Tinten auf die hergestellte Haut zu drucken.

Die 3D-bedruckbare Biotinte wurde von LabSkin Creations entwickelt und zum Patent angemeldet. Sie besteht aus vielen Elementen und menschlichen Stammzellen und kann innerhalb von knapp 2 Minuten gedruckt werden. Die restliche Entwicklungszeit muss einfach nur abgewartet werden, da sie dann einen Reifeprozeß vollzieht und erst nach den 3 Wochen die Funktion einer realen Haut aufweist. Danach können die Forscher an dieser Haut Make-up, Seife und viele weitere Kosmetikprodukte testen. Die künstliche Haut reagiere auf diese Tests genau wie die menschliche.

Maßgeschneiderte Kosmetika für jeden Hauttyp denkbar

Die neue 3D-Bioprinting-Technologie wird sich in vielerlei Hinsicht positiv auswirken. So sind die Tests genauerer als Tierversuche, durch Veränderungen der Stammzellen und der Zusammensetzung der Bio-Tinte können mehr maßgeschneiderte kosmetische Lösungen entwickelt und somit auch die Sicherheit erhöht werden. Über die weitere Entwicklung berichten wir wie gewohnt in unserem kostenlosen Newsletter und auf unserer Themenseite zum Bioprinting.

Zellkulturen
Mittels 3D-Druck angelegte Zellkulturen der Haut. (Bild: http://server.ctocio.com.cn)

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