Flugzeugbau:

Siemens, Strata und Etihad Airways gehen beim 3D-Druck Zusammenarbeit ein

Für den Nahen Osten und Nordafrika planen die Siemens AG, der Luft- und Raumfahrt-Hersteller Strata und die Fluggesellschaft Etihad Airways im Bereich des 3D-Drucks eine weitreichende Zusammenarbeit. Die Initiatoren des Pilotprojektes erwarten zahlreiche Vorteile, sehen aber vor allem in einem Punkt eine große Hürde.

Gemeinsam möchten die Siemens AG, die Strata Manufacturiing PJSC und Ethhad Airways in den Regionen um Nordafrika und Nahen Osten 3D-gedruckte Teile für den Flugzeuginnenraum entwickeln. Dabei zielt die Partnerschaft insgesamt auf additive Fertigungstechnologien im Bereich der Luft– und Raumfahrt ab, die sowohl die Flugzeugkonstruktion als auch die Bauteile verbessern. Angedacht ist unter anderem die Herstellung neuer komplexer Teile sowie die Produktion von Einzelteilen, die noch als Ersatzteile benötigt werden.

Siemens, Strata und Etihad Airways Logo.Im Rahmen der Partnerschaft wird ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen 3D-Drucklösungen für die Innenausstattung der Etihad Airways Flugzeuge entwickelt werden. Diese Flugzeugteile sollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Nahen Osten und in ganz Asien entworfen, produziert und auch zertifiziert werden. Jedem Mitglied kommt eine besondere Rolle zu.

Aufgabenverteilung der Unternehmen

So wartet die Siemens AG im Bereich des industriellen 3D-Drucks mit umfangreichen Erfahrungen auf und wird an Konsultationen zu den verwendeten Verfahren, Materialien und Prüfungen beteiligt sein. Etihad Airways Engineering zeichnet für die Zertifizierung zuständig, während Strata Manufacturing für den 3D-Druck selbst verantwortlich ist.

Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, werden Siemens und Strata eine strategische Roadmap für einen 3-Jahres-Zeitraum erstellen und innerhalb dieser versuchen, den 3D-Druck im Nahen Osten und Nordafrika weiter zu industrialisieren. Diese Roadmap soll unter anderem aus einem Trainingsprogramm für Bürger der VAE bestehen.

Strata Fertigungsgebäude.
Das Strata Fertigungsgebäude in Al Ain. (Bild: © Pawan Singh / The National)

Initiatoren erwarten zahlreiche Vorteile für die Fertigung mit 3D-Druck

Etihat Airways Engineering setzt große Hoffnungen in den 3D-Druck. Ihr CEO Jeff Wilkinson äußerte sich dazu folgendermaßen: „Die größte Herausforderung für den Einsatz von 3D-Druckteilen in der Luftfahrt ist die Zertifizierung. Wir sind bereit, es anzupacken und es zu verwirklichen. Etihad Airways Engineering nutzt seine Expertise, um das erste 3D-bedruckte Bauteil für die Flugzeugkabine in den VAE zu entwerfen und zu zertifizieren.“

„Die größte Herausforderungen für den 3D-Druck von Flugzeugkomponenten ist die Zertifizierung.“ Jeff Wilkinson, CEO bei Etihat Airways Engineering

Durch den Einsatz des 3D-Drucks kann die Airline komplexere und optimierte Teile kostengünstiger und zeitsparender herstellen. Zugleich sind aufgrund der Flexibilität schnellere Anpassungen und Verbesserungen möglich, als dies in einem herkömmlichen Herstellungsverfahren der Fall ist.

„Wir sehen große Chancen für den 3D-Druck als treibende Kraft in der Fertigung und erwarten, dass er eine Schlüsselrolle in einer global wettbewerbsfähigen, zunehmend digitalisierten Industrielandschaft im Nahen Osten spielt“, so Assem Khalaili, Executive Vice President Industry Customer Services bei Siemens Middle East. „Dies ist eine hoch relevante Technologie für die Entwicklung einer zunehmend digitalisierten und diversifizierten Wirtschaftslandschaft, die über eine breite Palette von Sektoren verfügt.“

Vertragsunterzeichnung.
Verantwortliche von Siemens, Strata und Etihad Airways bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: © 3ders.org)

Die Partnerschaft wird auf dem Global Manufacturing and Industrialization Gipfel vorgestellt, der vom 27. bis 30. März 2017 in Abu Dhabi stattfindet. Auf dem Gipfel treffen sich Führungskräfte der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Industrieausrüstung und des öffentlichen Sektors. Die additive Fertigung dürfte hier eine zentrale Rolle spielen. Mehr zum Thema in unserem 3D-Druck-Newsletter.

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