3D-Druck von Implantaten:

In Hongkong wurde zum ersten Mal ein 3D-gedruckter Metall-Talus-Knochen implantiert

Ärzte des Pamela Youde Nethersole Eastern Hospitals (PYNEH) in Hongkong nutzten zum ersten Mal den 3D-Druck, um bei einem Verkehrsunfallopfer ein Metall-Talus-Implantat mit einem 3D-Drucker herzustellen und einzusetzen.

Vielleicht haben Sie vom Talus-Knochen noch nie etwas gehört, aber er zählt zu den wichtigsten Knochen des Körpers. Er sitzt im unteren Teil des Sprunggelenks und liegt dem Fersenbein auf. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Talus auch als Sprungbein bekannt. Der Knochen sorgt mit dafür, dass wir überhaupt Gehen können. Ein 30-jähriger Mann hatte im April 2015 seinen gesamten linken Talus verloren, da er nach dem Unfall aus dem Fuß des Opfers ragte und nicht wieder replatziert werden konnte.

Eine solche Verletzung liegt recht selten vor, weltweit wird von 20 Fällen dieser Art berichtet. Somit ist bei der Behandlung einer solchen Verletzung keine große Erfahrung vorhanden. Hier würde man in der Regel zu einer Versteifung der restlichen Knochen greifen und versuchen, diese miteinander zu verschmelzen, was zu einer drastischen Reduzierung der Beweglichkeit des Knöchels führt. Um dies zu verhindern, entschieden sich die Ärzte des Pamela Youde Nethersole Eastern Hospitals (PYNEH) dazu, das 3D-Druck-Verfahren anzuwenden und einen neuen Talusknochen herzustellen, berichtet die „South China Morning Post“.

Dazu fertigten die Ärzte CT-Aufnahmen des gesunden rechten Knöchels an und wandelten die Bilder in ein 3D-druckfähiges digitales Modell um. Das Design und der 3D-Druck dauerten etwa zwei Wochen. Da der Patient allerdings unter Entzündungen im Bereich des Fußes litt, konnte die Implantation erst später vorgenommen werden. In der Zwischenzeit wurde ein 3D-gedruckter Abstandhalter aus Kunststoff verwendet, der mit antibiotischer Flüssigkeit gefüllt war.

Arzt mit einem Modell des Talus und Knöchels
Dr. Chiu Shin-yeung zeigt mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand auf den Talus Knochen. (Bild: © South China Morning Post)

Sobald das 3D-Implantat aus Metall eingesetzt werden konnte, hatte der Patient die Möglichkeit, seinen Knöchel – natürlich unter Zuhilfenahme von Gehhilfen – in einem Winkel von 15 Grad zu bewegen. Da das 3D-bedruckte Metallimplantat sehr beständig ist, muss es nicht – wie andere Implantate – innerhalb von drei oder vier Jahren ausgetauscht werden, sondern kann länger im Körper verbleiben.

Die Ärzte des PYNEH planen, den 3D-Druck zukünftig verstärkt für die Herstellung von Implantaten zu nutzen. „Jetzt können wir präzisere Implantate produzieren, die auf Knochengrößen verschiedener Patienten basieren“, so Dr. Chiu Shin-yeung, Arzt in der Klinik für Orthopädie und Traumatologie. Von dem neuen Verfahren können auch Patienten, die unter Knochenkrebs leiden, profitieren. Ausgeschlossen bleibt natürlich der Einsatz in der Notaufnahme, denn hier reicht die Zeit für die Herstellung eines 3D-Modells nicht aus.

Metallimplantat
3D-gedrucktes Metallimplantat des Talus Knochens. (Bild: © Sing Pao Daily News)

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