An der Salone Nautico Genua, der italienischen Bootsmesse, wird von 1. bis 6. Oktober 2020 das 3D-gedruckte Glasfaserboot MAMBO (Motor Additive Manufacturing BOat) von Moi Composites vorgestellt. Das italienische Start-up hat damit das weltweit erste 3D-gedruckte Glasfaserboot aus duroplastischem Endlosfaserverbundmaterial hergestellt. Ebenfalls aus Italien stammt das weltweit erste Segelboot mit einem Schiffsrumpf aus einem 3D-Drucker.

Technische Details zu MAMBO

MAMBO 3D-gedrucktes Trimaran (Boot)
Das fertige in 3D gedruckte Boot MAMBO wird auf der Bootsmesse vorgestellt (Bild © Moi Composites).

Das 3D-gedruckte Boot MAMBO ist 6,5 Meter lang und 2,5 Meter breit. Es wiegt rund 800 Kilogramm und ist mit einem Navigationssystem, weißen Ledersitzen und einem 115-cv-Motor ausgestattet. Die einzelnen Abschnitte des Boots wurden mit zwei KUKA Quantec-Robotern am Unternehmenshauptsitz von Moi Composites realisiert. In der Advanced Manufacturing Facility von Autodesk wurde es in Großbritannien in 3D gedruckt. Die fertigen Teile wurden zusammengefügt und laminiert. Am Ende entstand eine einteilige Sandwichstruktur ohne Teilung des Rumpfdecks. Das Design von MAMBO wäre mit traditionellen Methoden nicht umsetzbar.

Details zur Herstellung

Das Boot MAMBO wurde mithilfe der patentierten 3D-Drucktechnologie Continuous Fibre Manufacturing (CFM), einem von Moi Composites entwickeltem, innovativen System, realisiert. Das Robotersystem von Moi wird von generativen Algorithmen zum 3D-Druck von Endlosfaserverbundwerkstoffen geführt. Die Roboterarme scheiden das Material nur dort ab, wo es benötigt wird, und machen so einen skalierbaren Druck möglich. Das durchgehend duroplastische Glasfasermaterial macht Produkte dem Hersteller zufolge besonders stark, langlebig und leicht.

Robotersystem baut an MAMBO Glasfaserboot
Die mit CFM eingesetzten Robotersysteme (im Bild) scheiden mit duroplastischem Harz imprägnierte Endlosfasern ab (Bild © Moi Composites).

Bei der Herstellung scheiden die Roboter mit duroplastischem Harz imprägnierte Endlosfasern ab. Ausgehend von einem dreidimensionalen Modell des Objekts können so Produkte mit optimierter Leistung entstehen. Es entstehen faserverstärkte Produkte mit mechanischen Eigenschaften von unidirektionalem Glasfaserglas. Es werden keine Modelle, Formen und andere Werkzeuggeräte benötigt. Nicht nur Prototypen, sondern auch echte Produkte in kleinen Mengen oder Einzelstücken können effizient und kostengünstig erhalten werden.

Video: Die Entstehung von MAMBO

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