Forschung:

Spanische Forscher drucken menschliche Haut mit einem neuen 3D-Drucker

 25. Januar 2017  Andreas Krämer  

Spanische Forscher haben einen neuen 3D-Biodrucker entwickelt, der menschliche Haut drucken kann. Die Haut aus dem 3D-Drucker soll für Tests von Arznei und Kosmetika zum Einsatz kommen, kann aber auch Opfern schwerer Verbrennungen zugutekommen.

Ein Forscherteam der Universität Carlos III de Madrid (UC3M), des Center for Energy, Environmental and Technological Research (CIEMAT), des Hospital General Universitario Gregorio Maranón und dem Biotechnologie-Unternehmen Biodan Group haben ein 3D-Drucker für die Herstellung menschlicher Haut entwickelt. Der 3D-Biodrucker funktioniert mit Biotinte, aus der eine zweilagige Haut aus menschlichen Plasma aufgebaut wird, wie die Forscher im Fachmagazin Biofabrication schreiben.

Die gedruckte Haut sei als Implantat für die Forschung und Entwicklung gedacht. In den Biotinten ist Blutplasma, Fibroblasten und Keratinozyten enthalten. Die Keratinozyten dienen der Bildung der Oberhaut oder Epidermis und sind hornbildende Zellen. Fibroblasten sind überwiegend im Bindegewebe vorhanden und erzeugen das Kollagen, was das Strukturprotein des Bindegewebes ist.

Schneller in der Herstellung und kaum von echter Haut zu unterscheiden

Bislang erfolgte die Herstellung der Haut per Hand im Labor und dauerte sehr lange, doch mit dem 3D-Drucker konnten 100 Quadratzentimeter Haut innerhalb von weniger als 35 Minuten gedruckt werden. Wie die Forscher berichten, sei die gedruckte Haut mit der menschlichen Haut vergleichbar und kaum von der Haut aus dem Labor zu unterscheiden.

3D-Druck menschlicher Haut
3D-Druck menschlicher Haut im Labor der spanischen Forscher (Bild © Screenshot; YouTue/UC3M).

Der 3D-Druck sei nach Angaben der Wissenschaftler eine geeignete Technik mit der Kunsthaut automatisiert gefertigt werden kann. Die Zellen für die gedruckte Haut stammen von lebenden Patienten, was bedeutet, dass ausschließlich menschliche Zellen und Bestandteile verwendet werden, die bioaktiv sind und eigenes menschliches Kollagen produzieren können. Auf den Einsatz tierischen Kollagens kann aus diesem Grund verzichtet werden, was vor allem Tierschützer an dem Einsatz des neuen 3D-Biodruckers freuen dürfe.

Von dem neuen 3D-Druckverfahren werden vor allem Patienten mit umfassenden Verbrennungen profitieren. Die gedruckte Haut sei Projektleiter Jose Luis Jorcano zufolge auch für Tests von Arzneimitteln, Kosmetika und weiteren chemischen Produkten geeignet.

Über weitere Details zu dem neuen 3D-Drucker berichten wir sobald uns neue Informationen vorliegen (Newsletter abonnieren). Erst kürzlich wurde mit dem Bio X ein neuer 3D-Biodrucker der Firma CELLINK vorgestellt, der ebenfalls menschliches Gewebe drucken kann. Das Gerät ist bereit ab ~35.000 Euro erhältlich.

Video zum Bioprinter der spanischen Forscher

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