3D-Druck:

Brasilianische Luftwaffe testet mit 3D-Druck Haltbarkeit und Nutzung von Flugzeugbauteilen

 28. Oktober 2016  Susann Heinze-Wallmeyer  

Der 3D-Druck ist weltweit auf dem Vormarsch. Immer mehr Design- und Prototyping-Prozesse werden mit diesem Verfahren zeitlich gestrafft, zugleich ermöglicht es den Bau komplexer Teile. Auch in der Luftwaffe Brasiliens kommen die additiven Fertigungstechnologien nun zum Einsatz.

Logo des Instituto de Estudos Avançados (IEAv).Das Instituto de Estudos Avançados (IEAv) erforscht die Verwendung des 3D-Drucks für die Luftwaffe. Dafür nutzt es einen leistungsstarken Stratasys Fortus 900mc. Durch dessen Einsatz hat das IEAv seine Methoden zum Testen von Prototypen weiterentwickelt und nutzt zugleich eine kostengünstigere Methode zur Validierung der Flugfähigkeit.

Die Forscher des Instituts waren auf der Suche nach einem Weg, den Versuchs- und Entwicklungsprozess für die eigenen, neu geschaffenen Luft- und Raumfahrtkomponenten zu beschleunigen, berichtet der US-3D-Drucker-Hersteller Stratasys in seinem Blog. Dabei erwies sich der Einsatz von 3D-Druckern als tragfähige Option, als das IEAV eine Fugzeugeinfahrrampe, welche eine Neigung von 15 Grad aufweisen und mit Bohrungen für Gas-Kraftstoffeinspritzung versehen sein sollte, mit diesem Verfahren erschaffen konnte. Seitdem nutzt das Institut den 3D-Druck, um Prototypen von Flugzeugmodellen und Hyperschallmotoren für verschiedene Tests herzustellen.

Von konventionellen Fertigungsmethoden zum 3D-Druck

Flugzeugrampe im 3D-Drucker.
Mittels 3D-Drucker hergestellte Rampe für Flugzeuge. (Bild: © blog.stratasys.com)

Bevor man sich für den 3D-Druck entschied, nutzte das IEAv hauptsächlich traditionelle Herstellungsverfahren. Diese waren teuer und zeitaufwändig. Teilweise vergingen bis zu 6 Monate, bis ein Teil fertiggestellt war. Diese Zeitspanne konnte mit einem 3D-Drucker deutlich gesenkt werden, teilweise auf unter eine Woche. Da das Design nun schneller optimiert werden kann, beschleunigt sich das Prüfverfahren entsprechend.

Der Senior Researcher des IEAv, Dr. Antonio Carlos de Oliveira, äußerte dazu, dass „diese neue Form des Prototyping mehr Flexibilität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit biete bei gleichzeitig deutlich geringeren Kosten. Die 3D-Drucktechnologie definiert unsere Laborgrenzen neu, eröffnet neue Möglichkeiten und Forschungsaspekte.“ Von Vorteil sei aber auch, dass ihre Innovationen nun noch stärker der Geheimhaltung unterliegen können, zugleich erhöhe sich auch die Sicherheit der vom IEAv entwickelten Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsprojekte.

Mitarbeiter vor dem Drucker.
Mitarbeiter des IEAv vor dem Stratasys Fortus 900mc. (Bild: © blog.stratasys.com)

Zur Zeit arbeite die IEAv hauptsächlich an der Herstellung von Hybridmodellen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um 3D-gedruckte Prototypen, die unter anderem Metall und andere hochentwickelte Materialien enthalten.

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