Das schwedische Verteidigungsunternehmen Saab Group prüft die Verwendung von 3D-Druck für Ersatzteile von Flugzeugen der schwedischen Luftwaffe. Dabei hat Saab bereits Elemente für ein Gripen-E-Flugzeug mit einem 3D-Drucker hergestellt und getestet. Auch ein mobiler 3D-Druck-Container, wie ihn bereits das australische Militär testet, für Einsätze fernab der Basis ist geplant.

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Das schwedische Verteidigungs- und Sicherheitsunternehmen Saab hat den 3D-Druck für die Fertigung von Ersatzteilen und zu Reparaturzwecken für die schwedische Luftwaffe untersucht. Aus diesem Grund hat das Unternehmen 3D-gedruckte Teile für Gripen-Mehrzweckjäger angefertigt und getestet, wie Saab in einer Pressemitteilung erklärt.

Schäden schnell und unkompliziert beheben

Mit schnell produzierten Ersatzteilen will Saab Kampfschäden vorübergehend beheben, damit das Flugzeug nicht ausfällt. Ein Testflug mit einem zweisitzigen Saab JAS 39D Gripen-Jäger, der eine 3D-gedruckte Ersatzklappe am hinteren Rumpf aus Nylonpolymer PA2200 erhielt, war erfolgreich.

Håkan Stake, Vertragsmanager für die Unterstützung von Gripen C / D und Manager des Entwicklungsprojekts, sagte:

„Die Erstinspektion der Luke nach dem Flug war sehr positiv und zeigte, dass während des Fluges keine visuellen strukturellen Veränderungen aufgetreten waren. Das Potenzial dieses Ansatzes bedeutet, dass das Wartungspersonal vor Ort Zugang zu individuell angepassten Ersatzteilen erhält und Sie nicht mehr auf Notfallkorrekturen zurückgreifen oder andere kaputte Flugzeuge für ihre Teile ausschlachten müssen, während gleichzeitig die Anzahl der Teile weiter reduziert wird, Teile, die für einen Einsatz bereitgestellt wurden. Dies reduziert auch die Betriebszeit, die bei Reparaturen verloren geht.“

Ein Scan des Ersatzteils vor Ort ermöglicht eine exakte Nachbildung mit einer minimal verfügbaren Infrastruktur. Für Einsatztruppen bedeutet das mehr Flexibilität und kein Mitführen sperriger Ersatzteile. Vor dem ersten Flug mit dem Ersatzteil musste die Festigkeit und Temperaturbeständigkeit getestet werden. Mitarbeiter der Saab Additive Manufacturing Group gehen davon aus, dass das Ersatzteil auch bei einem Überschallflug keine Probleme verursachen wird. Außerdem sollen Bauteile bis zu einer Größe von 3 x 3  Metern statt bisher 60 x 60 Zentimetern möglich sein.

Containergestützte 3D-Druckerei

Saab möchte eine containergestützte 3D-Druckerei entwickeln, die für Operationen eingesetzt werden kann. Diese könnten bei den Autobahnübungen genutzt werden, bei denen regelmäßig Autobahnen zu Landebahnen umfunktioniert werden, um in Kriegszeiten als Ersatzlandebahnen zu dienen. Saab geht davon aus, dass solch ein Container zum Druck von Polymerersatzteilen von nur zwei Bedienern verwaltet werden könnte.

3D-Druck-Container
Mit 3D-Druck-Containern (im Bild) könnte Ersatzteile und Reparaturen auch im Einsatz hergestellt werden (Bild © Saab Group).

Ist das beschädigte Objekt zu stark kaputt, wäre auch ein „Print-on-Demand“-Modell denkbar, bei dem erforderliche Teile aus einer Datenbank abgerufen und dann in der Containerwerkstatt gedruckt werden. Derzeit wird geprüft, wie stark und vor allem wie lange belastbar ein Ersatzteil sein muss. Muss es 10 bis 15 Flüge durchstehen oder wird es nur einmalig genutzt, bis Ersatzteile eintreffen. Saab überprüft außerdem, ob auch andere Materialien eingesetzt werden könnten. Das US-Militär hatte das 3D-Druck-Unternehmen ExOne ebenfalls mit der Planung eines 3D-Druck-Containers beauftragt. Ein Start-up aus den USA wollte bereits 2015 aus Containern 3D-Druck-Anlagen machen, um so sperrige 3D-Drucker praktisch zu verstauen. Die australische Armee wählte einen anderen Ansatz und untersuchte den Einsatz des WarpSPEE3D-3D-Druckers im australischen Outback.

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