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3D-Druck in der Medizin: Chinesischer Landwirt erhält neue Schädelhälfte aus dem 3D-Drucker

Nach einem Sturz aus der dritten Etage seines Hauses verlor der chinesische Farmer Hu Wei die Hälfte seines Schädels. Mit der Unterstützung von medizinischem 3D-Druck und einem Titannetzes konnte Hu Wei nun wieder die Fähigkeit erlangen zu sprechen und die fehlende Schädelhälfte wurde erfolgreich optisch rekonstruiert.

Mann mit halben Schädel

Nach einem Unfall verlor dieser Mann seinen halben Schädel (Bild © REUTERS).

Bei dem Sturz aus seinem Haus in Xi´an, der Hauptstadt der Provinz Shaanxi in Zentralchina, fiel er so unglücklich auf ein Stück Holz, dass dabei die Hälfte seines Schädels verloren ging. Als Folge des Unfalls konnte er mit seinem linken Auge keine Doppelbilder mehr sehen und er war weder in der Lage zu schreiben noch zu sprechen.

In einer weltweit einmaligen Operation ersetzten Ärzte der Klinik in Xijing mit einem angepassten Titangitter, gertigt mit einem 3D-Drucker für Titan, den Teil des Schädels, welcher verloren gegangen war. Die Ärzte hoffen dass die Operation nicht nur hilft die Form des Schädels wiederherzustellen sondern auch, dass sich das Gehirn selbst repariert.

Am 28.August 2014 erfolgte die dreistündige Operation mit der Unterstützung von Ärzten aus aller Welt. Der verantwortliche Arzt war der Chirurg Professor Shu Mao Guo, Leiter der Abteilung für plastische Chirurgie im Krankenhaus Xijing Hospital. Er veröffentlichte bereits Artikel über die Wiederherstellung von Organen und Gewebe und zählt sich zu den Unterstützern für den Einsatz von 3D-Druck in der Medizin.

Titanplatte in Schädel einsetzen

Die Titanplatte aus dem 3D-Drucker wurde passgenau gefertig und soll später den Patienten in seinem Schädel verpflanzt werden (Bild © REUTERS).

Die Kopfhaut und die Hirnhaut waren nach dem Unfall zusammengeschmolzen. Sie mussten wieder auseinandergezogen werden, bevor das Titangitter implantiert werden konnte. Die Chirurgen mussten auch einige Muskeln an der Vorderseite des Kopfes trennen.

Die Druckmateralien wurden in Belgien in einer der weltweit wenigen 3D-Spezialdruckanlagen gefertigt. Die Kosten wurden von einem der weltweit führenden Hersteller und Anbieter orthopädischer und medizintechnischer Produkte und Dienstleistungen Stryker übernommen. Das Titangitter wurde gewählt, weil es in der Regel bei Titan zu keiner Abwehrreaktion des Körpers kommt. So wurde sichergestellt, dass der Körper das Implantat nicht abstößt. Heute kann der Landwirt wieder lachen und gewinnt langsam seine Sprechfähigkeit wieder.

Rekonstruierter Schädel aus dem 3D-Drucker

Der Schädel wurde erfolgreich rekonstruiert. Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis der Operation – Leitender Chefarzt und Patient.

Der 3D-Drucker findet verstärkt Verwendung in der Medizin. Zum Beispiel fertigt die Kasseler Vitos Klinik mit dem 3D-Druck individuelle Kniegelenke. In China erhielt im August ein 12 Jahr alter Jung erstmals einen Wirbel aus dem 3DDrucker und es wird verstärkt am 3D-Druck für menschliche Körperteile geforscht. Mehr zum Thema regelmäßig in unserem kostenlosen 3D-Drucker Newsletter.

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