Die medizinische Versorgung ist gerade in entlegenen Gebieten Afrikas sehr schwierig. Mobile Labore sind teuer oder kommen aufgrund schlechter Straßen oft nicht an ihr Ziel. Die Folge sind unkontrollierbar ausbreitende Krankheiten. Das FieldLab, entwickelt von zwei Doktoranden der Rhodes University in Afrika, soll Abhilfe schaffen. Das ultrakompakte Gerät lässt sich tragen wie einen Aktenkoffer, setzt auf 3D-Druck und kostet 90% weniger als andere Geräte.

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Nicht alle Regionen dieser Welt sind medizinisch gleich gut ausgestattet. Gerade in Afrika gibt es oft Schwierigkeiten mit der Versorgung von Patienten. Lebenswichtige Tests auf zum Beispiel Ebola brauchen Tage und das gefährdet gesunde Menschen und den Patienten selbst. Denn die tückische Krankheit wird ohne korrekte Diagnose wegen ähnlicher Symptome für Malaria oder eine Grippe gehalten. Zeit geht verloren, die die Erkrankten nicht haben. Ein Ebola Ausbruch 2014 hat Charles Faul und Lucas Lotter, zwei Doktoranden an der südafrikanischen Rhodes University, dazu inspiriert, ein solarbetriebenes Labor zu entwickeln, das mit einem 3D-Drucker vor Ort hergestellt werden kann. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ultrakompaktes mobiles Labor

Das „FieldLab“ ist ein tragbares medizinisches Diagnosewerkzeug, das Viren und Bakterien auch unter rauen Bedingungen erkennt. Ende September 2017 wurden die beiden Doktoranden für ihr Prototyp-3D-Drucklabor ausgezeichnet. Sie erhielten 50.000 Rand ($ 3.700) für ihre Bemühungen. Anerkennung in Form von Preisgeldern führte dazu, dass die jungen Doktoranden ihr FieldLab jetzt für 1.500 US-Dollar anbieten können. Verglichen mit anderen Laborgeräten ist es so immer noch um 90% günstiger. Aktuell haben die beiden Entwickler eine Million Rand ($ 73.000) zur Verfügung – erhalten unter anderem von der südafrikanischen Regierung, Unicef und anderen Spendern.

Das FieldLab kann wie eine Aktentasche getragen werden und wird mit Solarenergie betrieben. Es ist robust genug, um rauen Wetterbedingungen standzuhalten. Das FieldLab wurde mit einer Kombination aus Tischlerei und 3D-Druck hergestellt und ermöglicht medizinischen Mitarbeitern, komplexe Tests, einschließlich Blut- und Wasseranalysen mit hoher Genauigkeit durchzuführen. Es erledigt außerdem DNA-Analysen, trennt Flüssigkeiten (Zentrifugation) und zeigt eine visuelle Analyse der Ergebnisse an. Es lässt sich mit zusätzlichen Funktionen erweitern, wie einem DNA-verstärkenden Thermocycler und einem Mikroskop. Dies kostet jeweils 730 US-Dollar.

erweiterbar mit Thermocycler und Mikroskop
Das Fieldlab wird voraussichtlich 1500 US-Dollar kosten und ist mit einem Thermocycler und einem Mikroskop erweiterbar (Bild: © Rhodes University, Communications).

FieldLab erkennt wichtige Krankheiten wie Malaria und Ebola

Das FieldLab erkennt eine Reihe von viralen, bakteriellen und parasitären Infektionen, Pilzinfektionen und Malaria. Malaria kostete 2015 73.1000 Menschen das Leben. Rund 90% davon lebten in Afrika. Malaria verursacht jährlich 12 Milliarden Dollar an Gesundheitskosten, verursacht Arbeitsprobleme und reduzierten Tourismus.

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wollen Faul und Lotter das FieldLab 2018 vermarkten und sicherstellen, dass Diagnosen in konfliktreichen und schwer zugänglichen Orten ohne erhebliche Kosten für Regierungen und Hilfsorganisationen möglich sind. Das Labor wird „In Afrika für Afrika“ gebaut. Die Produktionsstätte wird im Ostkap errichtet. Das Design ist und bleibt Open Source.

Leicht transportierbares FieldLab
Das FieldLab kann wie eine Aktentasche getragen werden (Bild: © Rhodes University, Communications).

Das FieldLab ist eine wahre Verbesserung zu den bisher vorhandenen, sperrigen, großen Lastwagen- oder Container-Laboren, die große Probleme mit den schlechten Straßen hatten. Wenn Faul und Lothar ihre Pläne umsetzen, besteht künftig zumindest die Chance, Epidemien besser in den Griff zu bekommen. Wenn es weitere Neuigkeiten zum FieldLab gibt, werden wir darüber berichten. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

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