Hatte der König einen Buckel?:

3D-Druck enthüllt Rätsel um Richard III

 3. Juni 2014  Andreas Krämer  

Eine Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Historikern und Technikern der University of Leicester in Großbritannien ermöglichte jetzt die Antwort auf eine schon lange unter Historikern heiß diskutierte Frage: Hatte Richard III, König von England, einen Rundrücken (ugs. Buckel)? Das Rätsel konnten die Forscher jetzt lösen – mit Hilfe von 3D-Druck.

Geschichte/ Großbritannien: In England herrschte König Richard III nur für zwei Jahre aber seit seinem Tod im Jahr 1485 regte er die Fantasie und Vorstellungskraft der Menschen zu seinem äußeren Erscheinungsbild bis heute an. Zu Lebzeiten galt Richard III als schmächtiger Mann und auf Grund seiner Körpergröße nicht als beeindruckende Erscheinung. Eines der härtesten Gerüchte war jedoch die Vermutung, dass er wie Quasimodo einen Buckel (Kyphose) gehabt haben soll.

Nach der Entdeckung des Skeletts von Richard III unter einem Parkplatz in Leicester im Jahr 2012 erhielten die Spekulationen um „den Buckel von Richard III“ neue Nahrung. Die Überreste wurden von dem Anthropologen Dr. Piers Mitchell von der University of Cambridge untersucht. Die DNA-Tests bewiesen die Echtheit des Skeletts und sorgte für eine Überraschung unter Wissenschaftlern und Historikern. Die Verblüffung wurde durch den verkrümmten Wirbel der Wirbelsäule von Richard III ausgelöst.

Zur Untermauerung, dass der Regent tatsächlich an Skoliose erkrankt war und keinen Rundrücken hatte, wurde ein 3D-Modell seiner Wirbelsäule mit einem 3D-Drucker hergestellt. Gedruckt wurde die historische 3D-Wirbelsäule von Wissenschaftlern der University of Leicester basierend auf der Computertomographie-Aufnahme des Rückens. Basierend auf dem 3D-gedruckten Modell wollten die Forscher herausfinden, wie Richard III zu Lebzeiten wohl stand – aufrecht oder gebückt, wie der US-Blog 3Dprint.com berichtet.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass seine Wirbelsäule wegen der Skoliose eine seitliche Verkrümmung aufwies und von den beiden Schultern die rechte Schulter höher war. Ein erfahrener Schneider konnte diese körperliche Beeinträchtigung des Königs jedoch kaschiert und den Eindruck eines »krummen Standbildes« ausgeglichen haben.

Wirbelsäule Richard III als 3D-Modell
Skoliose lautet die Diagnose der Historiker auf Basis des 3D-Modells seiner Wirbelsäule, kein Rundrücken (Bild © University of Leicester; le.ac.uk).
Skelett Richard III (König England)
Skelett von Richard III als Basis für die 3D-Modellierung seiner Wirbelsäule (Bild © University of Leicester; le.ac.uk).

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