Ein syrischer Soldat wurde im Rambam Hospital in Haifa (Israel) behandelt, wo er ein Implantat erhielt. Grund dafür war ein Gefecht, bei dem sein Unterkiefer von einer Kugel getroffen und fast vollständig zerstört wurde.

Die zuständigen Fachärzte Prof. Adi Rachmiel und Dr. Yoav Leiser entschieden sich vor der Operation, das Unternehmen AB Dental mit der Fertigung eines neuen Unterkiefers zu beauftragen. Die Firma ist der weltweit größte Hersteller individueller Zahn-Implantate.

Bei Einsatz klassischer Medizintechnik wären die Ärzte gezwungen gewesen eine Reihe bearbeiteter Implantate zu einer Einheit zu verbinden. Der 3D-Druck hingegen erfordert nur ein einziges, auf den Patienten angepasstes, Implantat. Nach dem Einscannen des entstellten Kiefers wurden die Daten zu AB Dental übermittelt, damit darauf basierend ein Kieferimplantat aus Titan mit einem 3D-Titandrucker gedruckt werden konnte.

3D-Druck verbessert Zahnheilkunde

Schuss in Kiefer
Das Bild zeigt den schwer verletzten syrischen Soldat und die beiden Ärzte Prof. Adi Rachmiel und Dr. Yoav Leiser (Bild © AB Dental)

Der 3D-Scan, die 3D-Modellierung und der 3D-Druck haben starke Auswirkungen auf die Zahnheilkunde. Früher wurde eine Silikon-Masse genutzt um einen Kieferabdruck zu erhalten. Mit einem s.g. Oral-Scanner hat sich dies in der modernen Zahnmedizin geändert, weil mit dem Gerät Zähne, Zahnfleisch und Daten des Kiefers auf eine einfache, effektive und optimale Art und Weise erfasst werden können. Die Daten werden anschließend an einen 3D-Drucker gesendet und das Implantat passgenau ausgedruckt. Medizinischer 3D-Druck über die Zahnmedizin hinaus kann Leben retten.

Im Fall des syrischen Soldaten konnte er bereits einen Tag nach der erfolgreichen Operation wieder normal essen und trinken. Das Rambam Hospital will das neue Verfahren nun regulär einsetzen. In den kommenden Wochen wird das 3D-Scan- und Druckverfahren bereits an drei weiteren Patienten angewendet.

Die Verbesserung der der Arbeit in der Zahnmedizin und weiteren medizinischen Fachbereichen durch den Einsatz von 3D-Druckern wird in immer mehr Ländern weltweit staatlich gefördert. So hat etwa die Singapur Universität eine Million US-Dollar in diesen Bereich investiert.

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